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05.07.2026 · 07:04 Uhr · öffentlich

WHO GI 6: Änderungen der WHO-Klassifikation der Tumoren des Verdauungssystems

Die 6. Auflage der WHO-Klassifikation der Tumoren des Verdauungssystems bringt relevante strukturelle, terminologische und molekularpathologische Neuerungen. Besonders wichtig sind neue Entitäten, klarere Kategorien für serratierte kolorektale Läsionen, neue GI-Karzinomtypen, Anpassungen bei biliären Vorläuferläsionen und eine stärkere Integration molekularer und immunphänotypischer Befunde.
WHO GI 6: Änderungen der WHO-Klassifikation der Tumoren des Verdauungssystems
Ed Uthman | CC BY-SA 2.0
Die 6. Auflage der WHO-Klassifikation der Tumoren des Verdauungssystems stellt ein wichtiges Update gegenüber der 5. Auflage dar. Die Klassifikation integriert neue pathologische, molekulare und klinische Erkenntnisse und zielt auf eine präzisere, weltweit einheitlichere Diagnostik gastrointestinaler Neoplasien. Zu den zentralen Änderungen gehören eine strukturelle Neuorganisation der Kapitel, die stärkere anatomische Gliederung epithelialer Tumoren sowie separate Kapitel für neuroendokrine, mesenchymale und hämatolymphoide Tumoren. Genetische Tumorsyndrome werden stärker nach Mechanismen, Signalwegen und Genen klassifiziert. Metastatische Erkrankungen und Tumoren unklarer Primärlokalisation werden umfassender eingeordnet. Für die diagnostische Praxis besonders relevant sind die Konsolidierung gastraler Dysplasie-Kategorien, eine klarere Trennung duodenaler/ampullärer von jejuno-ilealen Tumoren, eine präzisere Kategorisierung serratierter kolorektaler Polypen und Änderungen im kolorektalen Karzinomgrading. Neu bzw. geschärft beschrieben werden unter anderem das kolorektale intramukosale Adenokarzinom, das low-grade tubuloglanduläre Adenokarzinom, das lymphoglandular-complex-like Adenokarzinom, intraduktale tubulopapilläre und onkozytär-papilläre Neoplasien der Gallenwege sowie das Sonic-hedgehog-Hepatozelladenom. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der molekularen und immunphänotypischen Einordnung. Die Terminologie analer Neoplasien wird an die HPV-assoziierte LAST-Systematik angeglichen. CUP-Fälle werden erstmals in einem eigenen Abschnitt anhand molekularer und immunphänotypischer Profile klassifiziert. Insgesamt stärkt die neue WHO-Klassifikation die Verbindung von Morphologie, Immunhistochemie und Molekularpathologie in der gastrointestinalen Tumordiagnostik.
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