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05.07.2026 · 07:30 Uhr · öffentlich

CLDN18.2 beim Magen- und GEJ-Adenokarzinom: neuer prädiktiver IHC-Marker für zielgerichtete Therapie

CLDN18.2 ist ein neuer, praktisch relevanter prädiktiver Biomarker beim fortgeschrittenen Magen- und gastroösophagealen Adenokarzinom. Die immunhistochemische Testung identifiziert Patientinnen und Patienten, die für eine Therapie mit CLDN18.2-gerichteten Antikörpern wie Zolbetuximab infrage kommen. Für die Pathologie entscheidend sind membranöse Färbung, Cut-off, Heterogenität und korrekte präanalytische/analytische Umsetzung.
CLDN18.2 beim Magen- und GEJ-Adenokarzinom: neuer prädiktiver IHC-Marker für zielgerichtete Therapie
Claudin 18.2, kurz CLDN18.2, ist eine Isoform des Tight-Junction-Proteins Claudin 18 und wird physiologisch vor allem in differenzierter Magenschleimhaut exprimiert. In Adenokarzinomen des Magens und des gastroösophagealen Übergangs kann CLDN18.2 erhalten bleiben oder aberrant exprimiert sein und stellt dadurch ein therapeutisch nutzbares Oberflächenziel dar. Für die diagnostische Praxis ist CLDN18.2 vor allem als prädiktiver immunhistochemischer Biomarker relevant. Die Testung dient der Auswahl von Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenem oder metastasiertem Magen-/GEJ-Adenokarzinom, insbesondere im Kontext CLDN18.2-gerichteter Therapieansätze wie Zolbetuximab. Ein praktischer Review in Modern Pathology beschreibt die immunhistochemische Evaluation, präanalytische und analytische Einflussfaktoren sowie die Interpretation der Färbung. Als klinisch vorgeschlagener Cut-off wird eine moderate bis starke membranöse Färbung, also 2+/3+, in mindestens 75 % der Adenokarzinomzellen angegeben. Pathologisch wichtig ist, dass nur die membranöse Tumorzellfärbung bewertet wird. Zytoplasmatische oder unspezifische Färbung sollte nicht als positiv gewertet werden. Die Expression kann intratumoral heterogen sein; zudem können Unterschiede zwischen Primärtumor, Biopsie, Resektat und Metastase auftreten. Damit ergeben sich praktische Fragen zur Probenwahl, zur Repräsentativität kleiner Biopsien und zur Wiederholung der Testung bei Progress oder metastatischer Erkrankung. CLDN18.2 ergänzt die bereits etablierte Biomarkerlandschaft beim Magen-/GEJ-Adenokarzinom. In der Routine sollte die Einordnung zusammen mit HER2, MMR/MSI, PD-L1/CPS und gegebenenfalls weiteren molekularen Alterationen erfolgen. Besonders relevant ist die Überschneidung oder gegenseitige Ausschließlichkeit verschiedener prädiktiver Marker, da daraus therapeutische Priorisierungen im Tumorboard entstehen können.
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