Die mesorektale Faszie (Fascia mesorectalis) ist die bindegewebige Hüllfaszie des Mesorektums, welche das Rektum mitsamt perirektalem Fettgewebe, Lymphgefäßen, Blutgefäßen und Lymphknoten umgibt. Sie bildet die anatomische Resektionsgrenze der totalen mesorektalen Exzision (TME).
Anatomie
- Umschließt das Mesorektum als geschlossene fasziale Einheit
- Liegt innerhalb der Fascia pelvis visceralis und grenzt an die parietale Beckenfaszie
- Enthält Fettgewebe, Lymphknoten sowie die Gefäßversorgung des Rektums
Pathologische Bedeutung
- Zentrale Bedeutung beim Rektumkarzinom hinsichtlich lokaler Tumorausbreitung
- Der Abstand des Tumors zur mesorektalen Faszie entspricht dem circumferentiellen Resektionsrand (CRM)
- Ein Tumorabstand von ≤ 1 mm zum CRM gilt als positiv bzw. bedroht (CRM+)
Chirurgische Bedeutung
- Die totale mesorektale Exzision (TME) erfolgt entlang der mesorektalen Faszie als anatomischer Präparationsebene
- Eine intakte mesorektale Faszie reduziert die Lokalrezidivrate signifikant
Radiologische Bedeutung
- Die mesorektale Faszie ist ein wesentlicher Referenzpunkt in der präoperativen MRT-Stagingdiagnostik
- Der Abstand des Tumors zur Faszie beeinflusst die Therapieplanung und die Indikation zur neoadjuvanten Therapie
Synonyms:
mesorektaler Faszie