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Glossaries

Term Definition
fäkal-oral
Fäkal-oraler Übertragungsweg

Der fäkal-orale Übertragungsweg beschreibt die Infektion durch die Aufnahme von Krankheitserregern aus fäkal kontaminierten Substanzen über den Mund. Dies geschieht meist durch verunreinigtes Wasser, Lebensmittel oder direkten Kontakt.

Mechanismus
  • Erreger werden über den Stuhl ausgeschieden und gelangen in die Umwelt
  • Übertragung durch mangelnde Hygiene, kontaminierte Nahrungsmittel oder Wasser
  • Infektion erfolgt durch orale Aufnahme
Erreger
  • Bakterien: Salmonella, Shigella, Vibrio cholerae, Escherichia coli
  • Viren: Hepatitis A, Norovirus, Rotavirus
  • Parasiten: Giardia lamblia, Entamoeba histolytica
Prävention
  • Handhygiene mit Seife
  • Sauberes Trinkwasser und hygienische Lebensmittelzubereitung
  • Impfungen (z. B. gegen Hepatitis A, Cholera, Rotavirus)
Familiäre Häufung
Familiäre Häufung beschreibt das gehäufte Auftreten einer bestimmten Erkrankung bei mehreren biologisch verwandten Familienmitgliedern. Sie weist auf eine mögliche genetische Prädisposition hin, kann aber auch durch gemeinsame Umweltfaktoren oder Lebensgewohnheiten mitbedingt sein.
Abgrenzung
  • Familiäre Häufung ≠ erbliche Erkrankung: Eine familiäre Häufung impliziert nicht zwangsläufig eine monogen vererbte Erkrankung.
  • Multifaktoriell: Kombination aus genetischer Veranlagung und Umwelt (z. B. Diabetes, Brustkrebs, Asthma)
  • Monogenetisch: Bei bestimmten familiär gehäuften Erkrankungen liegt ein erbliches Syndrom zugrunde (z. B. Lynch-Syndrom, BRCA1/2)
Klinische Relevanz
  • Hinweis auf erhöhtes individuelles Erkrankungsrisiko
  • Wichtig für Anamneseerhebung, Risikostratifizierung und ggf. genetische Beratung
  • Grundlage für Screening- und Präventionsprogramme (z. B. bei familiärem Brust-, Darm- oder Prostatakrebs)
Synonyms - familiäre Häufung
Fernmetastase

Eine Fernmetastase ist eine Tochtergeschwulst, die sich durch Absiedlung von Tumorzellen in entfernten Organen oder Geweben vom Primärtumor bildet. Diese Metastasen entstehen, wenn Tumorzellen in die Blut- oder Lymphbahnen gelangen und sich in Organen wie Leber, Lunge, Knochen oder Gehirn ansiedeln. Fernmetastasen kennzeichnen ein fortgeschrittenes Tumorstadium und verschlechtern oft die Prognose der Erkrankung.

Synonyms - Fernmetastasen, Fernmetastasierung, fernmetastasiert
Fibrin
Fibrin ist ein unlösliches Protein, das durch enzymatische Spaltung von Fibrinogen durch Thrombin entsteht und eine zentrale Rolle in der Blutgerinnung spielt. Es bildet ein stabilisierendes Netzwerk innerhalb eines Thrombus und ist Bestandteil des Wundheilungsprozesses.
Pathologische Relevanz
  • Fibrinablagerungen sind typisch bei akuten Entzündungen, Ulzerationen, Thrombosen und in Gefäßwänden (z. B. Vaskulitiden).
  • Bei Ulzera und Erosionen der Schleimhaut (z. B. Magen, Darm, Haut) findet sich oberflächlich häufig ein fibrinös-exsudativer Belag.
  • Fibrin ist wesentlicher Bestandteil von Wundschorf und deckt nekrotisches Gewebe bei der Koagulationsnekrose ab.
Histologische Darstellung
  • In der HE-Färbung erscheint Fibrin als amorphes, eosinophiles (rosa) Material, oft schichtweise gelagert oder netzartig.
  • Kann mit Spezialfärbungen wie MSB (Martius Scarlet Blue) oder Phosphotungstinsäure-Hämatoxylin (PTAH) differenziert dargestellt werden.
Klinische Bedeutung
  • Fibrinablagerungen helfen bei der Beurteilung akuter Entzündungen, Thromben und Ulzerationen.
  • Im Wundschorf dient Fibrin als <b"provisorisches matrixmaterial<="" b=""> für Zellmigration und Heilung.</b"provisorisches>
Synonyms - fibrinös,fibrinöse,fibrinöses,Fibrinauflagerung
Fibroblast

Ein Fibroblast ist eine spezialisierte, spindelförmige Zelle des Bindegewebes, die eine zentrale Rolle bei der Synthese und dem Erhalt der extrazellulären Matrix (EZM) spielt. Fibroblasten sind die Hauptproduzenten von Kollagen, Elastin, Proteoglykanen und anderen Matrixbestandteilen, die die strukturelle Integrität und Funktion des Gewebes gewährleisten.

Funktionen:

  • Matrixproduktion: Fibroblasten synthetisieren Kollagene (v. a. Typ I und III), Fibronectin, und Hyaluronsäure.
  • Wundheilung: Sie proliferieren und migrieren in verletztes Gewebe, wo sie Narbengewebe bilden.
  • Gewebserneuerung: Sie regulieren den Umbau der EZM durch die Produktion von Matrix-Metalloproteinasen (MMPs) und deren Inhibitoren (TIMPs).
  • Interaktion mit anderen Zellen: Fibroblasten beeinflussen die Funktion von Immunzellen und Endothelzellen und spielen so eine Rolle bei Entzündungen und Tumorprogression.

In aktivierten Zuständen, z. B. bei Wundheilung oder Tumorbildung, werden Fibroblasten oft als Myofibroblasten bezeichnet, gekennzeichnet durch die Expression von α-Smooth-Muscle-Actin (α-SMA) und erhöhte kontraktile Eigenschaften.

Synonyms - Fibroblasten,fibroblastär
Foveoläre Hyperplasie
Foveoläre Hyperplasie bezeichnet eine reaktive, gutartige Vermehrung der foveolären (oberflächlichen mukösen) Zellen des Magens, typischerweise infolge chronischer Reizung oder Entzündung. Sie tritt v. a. im Rahmen einer reaktiven (chemischen) Gastropathie auf, z. B. bei Gallereflux oder NSAR-Einnahme.
Histologische Merkmale
  • Verlängerte Foveolen, die bis tief in die Mukosa reichen
  • Verzweigte und irregulär angeordnete Foveolen mit Becherzell-artigem, mukösem Zytoplasma
  • Vermehrung schleimbildender Epithelzellen ohne Dysplasie
  • Begleitend: Oberflächliche Erosionen, Ödem und fibroblastisch erweiterte Lamina propria
  • Geringgradiges, oft lymphoplasmazelluläres Infiltrat
Klinische Relevanz
  • Häufiger histologischer Befund bei chemischer Gastropathie (Typ-C-Gastritis), Reflux oder chronischer Reizung
  • Abgrenzung zu neoplastischen Läsionen (z. B. foveoläres Adenom oder Frühkarzinom) wichtig
  • In der Regel benigne und reversibel nach Eliminierung der Ursache
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