| mikropapillär |
Mikropapillär bezeichnet ein histologisches Wachstumsmuster mit kleinen, papillenähnlichen Tumorzellnestern ohne fibro-vaskuläre Achse, die häufig in lakunenartigen Spalträumen liegen. Dieses Muster ist mit einer ausgeprägten Lymphangioinvasion und erhöhter Metastasierungsneigung assoziiert.
Histologie
- Kleine, rundliche oder büschelförmige Zellverbände ohne zentrales Bindegewebsstroma
- Retraktionsartefakt-artige Hohlräume um die Tumorzellnester („pseudovaskuläre Räume“)
- Typische „inside-out“-Polarität der Tumorzellen mit apikaler Membranexpression nach außen
Molekularbiologie
- Verlust der normalen Zellpolarität und Zelladhäsion (u. a. E-Cadherin-Dysregulation)
- Veränderte Expression von Polarisationsproteinen wie MUC1 mit luminaler Expression an der Außenseite der Zellnester
- Fördert Zellmigration, Lymphangioinvasion und Metastasierung
Immunhistochemie
- MUC1: charakteristische außenständige („inside-out“) Positivität
- Zusätzliche Marker abhängig von der Primärtumorentität
Typische Tumoren
Klinisch-pathologische Bedeutung
- Assoziiert mit häufiger Lymphgefäßinvasion (L1) und Lymphknotenmetastasierung
- Unabhängiger negativer Prognosefaktor bei zahlreichen Tumorentitäten
- Bereits geringe mikropapilläre Anteile können prognostisch relevant sein
Synonyms:
mikropapilläre,mikropapilläres,mikropapillärer
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