Regionäre Lymphknoten sind die primären Lymphabflussstationen eines Organs oder Tumors und stellen die ersten Lymphknoten im physiologischen Lymphabstromgebiet dar. Sie besitzen zentrale Bedeutung für die Tumorausbreitung und das TNM-Staging.
Anatomie
- Die Zuordnung regionärer Lymphknoten ist organspezifisch definiert
- Sie liegen typischerweise entlang der zuführenden Lymphgefäße und versorgenden Blutgefäße
- Lymphknoten außerhalb des definierten Abflussgebietes gelten als Fernmetastasen (M-Stadium)
Tumorpathologische Bedeutung
- Erster Ort der lymphogenen Metastasierung
- Der Befall regionärer Lymphknoten bestimmt die N-Kategorie des TNM-Systems
- Wichtige Parameter sind Anzahl befallener Lymphknoten, Größe der Metastasen und extranodale Tumorausbreitung
Beispiele
- Kolorektales Karzinom: Perikolische bzw. perirektale und mesenteriale Lymphknoten
- Mammakarzinom: Axilläre, infra- und supraklavikuläre Lymphknoten
- Magenkarzinom: Perigastrische Lymphknoten entlang der großen Gefäßarkaden
- Lungenkarzinom: Hiläre und mediastinale Lymphknoten
Klinisch-pathologische Bedeutung
- Wesentlicher Prognosefaktor zahlreicher Malignome
- Entscheidend für Therapieplanung und Indikation zur adjuvanten Behandlung
- Grundlage des Sentinel-Lymphknoten-Konzepts bei ausgewählten Tumoren