Inkontinenz

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Term Definition
Inkontinenz

Eine Inkontinenz bezeichnet den unwillkürlichen Verlust von Urin oder Stuhl infolge einer Störung der Speicher- oder Entleerungsfunktion von Harnblase bzw. Darm. Ursachen können neurologisch, muskulär, anatomisch oder funktionell bedingt sein.

Klassifikation
  • Harninkontinenz: Unwillkürlicher Urinverlust
  • Stuhlinkontinenz: Unfähigkeit zur kontrollierten Defäkation
  • Belastungsinkontinenz: Urinverlust bei Husten, Niesen oder körperlicher Belastung
  • Dranginkontinenz: Urinverlust infolge imperativen Harndrangs
  • Überlaufinkontinenz: Urinverlust bei chronischer Harnretention
  • Reflex- oder neurogene Inkontinenz: Störung der nervalen Steuerung
Pathophysiologie
  • Insuffizienz von Schließmuskeln oder Beckenbodenstrukturen
  • Störungen der zentralen oder peripheren Innervation
  • Obstruktionen oder entzündliche Veränderungen des Urogenital- oder Gastrointestinaltraktes
  • Beteiligte neuronale Signalwege umfassen cholinerge, adrenerge und nitrerge Systeme
Klinisch-pathologische Bedeutung
  • Häufig bei höherem Lebensalter, nach Operationen oder bei neurologischen Erkrankungen
  • Typische Ursachen sind Beckenbodenschwäche, Prostatahyperplasie, Diabetes mellitus oder Rückenmarkserkrankungen
  • Die Therapie richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache und umfasst konservative, medikamentöse oder operative Verfahren