Tumordeposit
Ein Tumordeposit (Tumor Deposit, TD) ist ein diskreter Tumorknoten im perikolischen, perirektalen oder peritumoralen Fett- bzw. Weichgewebe ohne Nachweis einer residuellen Lymphknotenstruktur. Es stellt eine Form der lokalen Tumorausbreitung dar und ist prognostisch ungünstig.
Pathogenese
- Diskontinuierliche Tumorausbreitung entlang von Lymphgefäßen, Blutgefäßen oder Nerven
- Möglich sind auch vollständig destruierte und nicht mehr erkennbare Lymphknotenmetastasen
- Assoziiert mit invasivem Tumorwachstum und Tumormikromilieu-Remodelling
Histologie
- Irreguläre Tumornester oder Tumorknoten im Fettgewebe
- Keine erhaltene Lymphknotenkapsel, kein subkapsulärer Sinus und keine Residuen lymphatischen Gewebes
- Häufig Begleitbefunde wie Lymphangiosis carcinomatosa, Hämangiosis carcinomatosa oder Perineuralscheideninvasion (Pn)
Klassifikation
- Im TNM-System des kolorektalen Karzinoms werden Tumordeposits bei fehlenden Lymphknotenmetastasen als N1c klassifiziert
- Bei gleichzeitig vorhandenen Lymphknotenmetastasen erfolgt keine zusätzliche N-Kategorie
Klinisch-pathologische Bedeutung
- Unabhängiger negativer Prognosefaktor
- Assoziiert mit erhöhter Lokalrezidiv- und Fernmetastasierungsrate
- Besonders relevant beim kolorektalen Karzinom, aber auch bei anderen gastrointestinalen Tumoren beschrieben