Lipophil
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Lipophil bedeutet „fettliebend“ und beschreibt die Eigenschaft einer Substanz, sich bevorzugt in fetten oder unpolaren Lösungsmitteln zu lösen. Lipophile Moleküle sind typischerweise hydrophob (wasserabweisend) und besitzen meist unpolare oder schwach polare Strukturen.
Beispiele und Bedeutung
- Lipophile Medikamente: z. B. Steroidhormone, Benzodiazepine – gute Zellmembranpassage
- Gewebeverteilung: Lipophile Substanzen reichern sich bevorzugt im Fettgewebe an
- Toxikologie: Lipophile Toxine wie Dioxine sind schwer aus dem Körper zu eliminieren
Klinische Relevanz
- Beeinflusst Resorption, Verteilung und Halbwertszeit von Arzneistoffen
- Wichtiger Parameter in der Pharmakokinetik und bei der Wahl von Lösungsmitteln
Synonyms -
lipophile,lipophiles,lipophiler
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Loss of Heterozygosity
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Loss of Heterozygosity (LOH) bezeichnet den Verlust einer heterozygoten genetischen Region, bei der eine zuvor vorhandene normale (wildtypische) und eine mutierte Allel-Kopie durch den Verlust der normalen Kopie zu einem homozygoten mutierten Zustand übergeht. LOH tritt häufig in Tumorsuppressorgenen auf und fördert die Tumorentstehung.
Pathologische Relevanz
- Wichtiger Mechanismus bei der Inaktivierung von Tumorsuppressorgenen (z. B. TP53, RB1, BRCA1, PTEN).
- LOH ist ein Schlüsselmechanismus im sogenannten Two-Hit-Modell der Tumorentstehung nach Knudson.
- Erhöhte genetische Instabilität fördert Karzinogenese.
Nachweis
- Analysen durch Next-Generation-Sequencing (NGS), Mikrosatelliten-Analysen oder Comparative Genomic Hybridization (CGH).
- Kann als Marker für homologe Rekombinationsdefizienz (HRD) dienen, z. B. bei BRCA-mutierten Tumoren.
Klinische Relevanz
- LOH im BRCA1/2-Bereich dient als prädiktiver Biomarker für die Wirksamkeit von PARP-Inhibitoren in Ovarial- und Brustkrebs.
- LOH in TP53 oder RB1 wird mit aggressiveren Tumorverläufen assoziiert.
Synonyms -
LOH
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Loss-of-Function-Mutationen
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Loss-of-Function (LoF)-Mutationen sind genetische Veränderungen, die zu einem vollständigen oder teilweisen Funktionsverlust eines Proteins führen. Diese Mutationen treten häufig in Tumorsuppressorgenen auf und können durch Punktmutationen, Deletionen, Frameshifts oder Spleißstellenmutationen verursacht werden.
Mechanismus
- Mutationen führen zur Reduktion oder Inaktivierung der Proteinexpression.
- Häufig betroffen sind Gene, die Zellzykluskontrolle, DNA-Reparatur oder Apoptose regulieren.
- Beidseitiger Funktionsverlust (biallelische Inaktivierung) ist oft erforderlich, um eine pathogene Wirkung zu entfalten (Knudson-Hypothese).
- TP53 (p53-Suppressorprotein, Zellzyklus- und Apoptosekontrolle)
- BRCA1/BRCA2 (DNA-Reparatur, homologe Rekombination)
- PTEN (PI3K/AKT-Signalweg, Zellwachstumskontrolle)
- RB1 (Retinoblastom-Gen, Zellzyklusregulation)
- MLH1/MSH2 (Mismatch-Reparatur, Mikrosatelliteninstabilität)
Synthetische Letalität
Synthetische Letalität tritt auf, wenn der Verlust eines einzelnen Gens für die Zelle noch kompensierbar ist, während der gleichzeitige Verlust eines zweiten, funktionell verknüpften Gens zum Zelltod führt. Dieses Prinzip wird therapeutisch genutzt, indem gezielt Signalwege oder DNA-Reparaturmechanismen inhibiert werden, auf die Tumorzellen mit LoF- Mutationen angewiesen sind. Beispiele:
- PARP-Inhibitoren bei BRCA1/BRCA2-mutierten Tumoren (Defekt in der homologen Rekombination → verstärkte Abhängigkeit von alternativen DNA-Reparaturwegen)
- PI3K-Inhibitoren bei PTEN-Verlust (Verstärkte Signalweiterleitung im PI3K/AKT-Signalweg)
Klinische Relevanz
- LoF-Mutationen in Tumorsuppressorgenen begünstigen die Karzinogenese.
- Prädiktiver Biomarker für bestimmte Therapien, z. B. PARP-Inhibitoren bei BRCA-Mutationen.
- Ermöglichen gezielte Behandlungen durch das Prinzip der synthetischen Letalität.
Synonyms -
LoF,LoF-Mutation
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Lymphfollikel
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Lymphfollikel sind mikroskopisch erkennbare, kugelförmige Ansammlungen von B-Lymphozyten im lymphatischen Gewebe, insbesondere in Lymphknoten, der Milz und dem mukosaassoziierten lymphatischen Gewebe (MALT). Sie sind zentral für die adaptive Immunantwort.
Aufbau und Funktion
- Primärfollikel: Enthalten naive B-Zellen (Ruhezustand ohne Antigenkontakt)
- Sekundärfollikel: Entwickeln sich nach Antigenkontakt und enthalten ein Keimzentrum
Zonen des Keimzentrums
- Dunkle Zone: Proliferation von B-Zellen (Zentroblasten), somatische Hypermutation zur Antikörperdiversifizierung
- Helle Zone: Selektion reifer B-Zellen (Zentrozyten) mit hoher Affinität für das Antigen (klonale Selektion)
- Mantelzone: Enthält naive B-Zellen und Gedächtniszellen
- BCL6, CD10: Marker für Keimzentrums-B-Zellen (dunkle und helle Zone)
- BCL2: Negativ in reaktiven Keimzentren, positiv im follikulären Lymphom
- CD20: Pan-B-Zell-Marker
Klinische Relevanz
- Reaktive Lymphfollikel sind vergrößert bei Infektionen oder Entzündungen
- Pathologische Veränderungen treten bei Lymphomen (z. B. follikuläres Lymphom) auf
- Immunhistochemie ist entscheidend für die Diagnostik maligner Lymphome
Synonyms -
Lymphfollikelbildung
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Lymphozyt
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Lymphozyten sind spezialisierte Zellen des adaptiven Immunsystems, die eine zentrale Rolle in der Immunabwehr gegen Infektionen und Tumorzellen spielen. Sie entstehen im Knochenmark und reifen an unterschiedlichen Orten aus: T-Lymphozyten im Thymus, B-Lymphozyten in den sekundären lymphatischen Organen. Sie differenzieren sich in verschiedene funktionelle Subtypen.
- T-Lymphozyten (T-Zellen) – Verantwortlich für zelluläre Immunantwort
- CD4⁺-T-Zellen (T-Helferzellen) – Regulieren Immunantwort (CD3+, CD4+, FOXP3+ (regulatorische T-Zellen))
- CD8⁺-T-Zellen (zytotoxische T-Zellen) – Töten infizierte oder maligne Zellen (CD3+, CD8+, TIA1+, Granzyme B+)
- B-Lymphozyten (B-Zellen) – Verantwortlich für humorale Immunantwort
- Natürliche Killerzellen (NK-Zellen) – Erkennen und eliminieren virusinfizierte und maligne Zellen
- Aktivierung durch fehlende MHC-I-Expression (CD3-, CD16+, CD56+, Granzyme B+)
Klinische Relevanz
- Wichtige Marker zur Diagnostik von lymphatischen Neoplasien (z. B. B- vs. T-Zell-Lymphome)
- Kombination immunhistochemischer Marker essenziell zur Differenzierung lymphatischer Subtypen
- Besondere Relevanz in der Tumorimmunologie (z. B. Immun-Checkpoint-Therapie)
Synonyms -
Lymphozyten,lymphozytär,lymphozytären,lymphozytäre,lymphoplasmazellulär,lymphoplasmazelluläre,lymphoplasmazellulären
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Lynch-Syndrom
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Synonyms -
HNPCC
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Magenkarzinom
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Magenkarzinome sind maligne epitheliale Tumoren des Magens, meist Adenokarzinome. Sie zeigen unterschiedliche Wachstumsmuster und molekulare Eigenschaften.
Histologische Subtypen (WHO)
- Intestinaler Typ: Drüsenbildend, mit intestinaler Metaplasie assoziiert
- Diffuser Typ: Einzelzellmuster, Siegelringzellen, CDH1-Mutationen
- Mischtyp: Kombination aus intestinalem und diffusem Wachstum
Molekulare Klassifikation (TCGA)
- EBV-assoziiert: PDL1/2-Expression, gute Immuntherapieansprache
- MSI-High: Hohe Mutationslast, MLH1-Verlust, immuntherapiesensitiv
- Chromosomal instabil (CIN): HER2-Amplifikation, TP53-Mutationen
- Genomisch stabil (GS): CDH1-Mutationen, diffuse Wachstumsmuster
Immunhistochemische Marker
Klinische Relevanz
Synonyms -
Magenkarzinome
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Magenschutz
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Magenschutz bezeichnet die medikamentöse Hemmung der Magensäureproduktion zur Prophylaxe oder Therapie säurebedingter Schleimhautschäden im oberen Gastrointestinaltrakt. Ziel ist der Schutz der Magenschleimhaut vor Ulzerationen, Erosionen oder Blutungen.
Wichtige Substanzgruppen
- Protonenpumpeninhibitoren (PPI): Omeprazol, Pantoprazol – hemmen irreversibel die H⁺/K⁺-ATPase der Belegzellen
- H₂-Rezeptorantagonisten: Ranitidin, Famotidin – blockieren Histamin-vermittelte Säuresekretion
- Antazida: Neutralisieren vorhandene Magensäure (z. B. Magnesiumhydroxid, Aluminiumhydroxid)
Klinische Anwendung
- Prophylaxe bei NSAID-Therapie (nichtsteroidale Antirheumatika), v. a. bei älteren oder vorerkrankten Patienten
- Therapie von Refluxkrankheit, Ulkus ventriculi/duodeni, Helicobacter pylori-Infektionen
- Schutzmaßnahme bei intensivmedizinisch betreuten Patienten mit erhöhtem Stressulkusrisiko
Synonyms -
Magenprotektion
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Magnetresonanztomographie
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Die Magnetresonanztomographie (MRT) ist ein bildgebendes Verfahren, das hochauflösende Schnittbilder des Körpers ohne ionisierende Strahlung erzeugt. Sie basiert auf starken Magnetfeldern und Radiowellen, um detaillierte Weichteilkontraste darzustellen.
Prinzip
- Ein starkes Magnetfeld richtet die Wasserstoffprotonen im Körper aus.
- Radiowellenimpulse bringen die Protonen in einen angeregten Zustand.
- Beim Zurückkehren in den Ausgangszustand senden die Protonen Signale aus, die zu Bildern verarbeitet werden.
Anwendungsgebiete
- Neuroradiologie: Darstellung von Hirnstrukturen, Tumoren, Infarkten und entzündlichen Prozessen.
- Onkologie: Tumordetektion und -charakterisierung (z. B. Prostata-MRT, Brust-MRT).
- Muskuloskelettale Diagnostik: Beurteilung von Gelenken, Bändern, Knochenmark und Weichteilstrukturen.
- Kardiovaskuläre Bildgebung: Funktionelle Analyse des Herzens und Gefäßerkrankungen.
Vorteile
- Hervorragender Weichteilkontrast ohne Strahlenbelastung.
- Multiplanare Rekonstruktion möglich.
- Funktionelle Bildgebung (z. B. Diffusionsbildgebung, Perfusions-MRT).
Nachteile und Kontraindikationen
- Relativ lange Untersuchungsdauer.
- Kontraindiziert bei nicht-MRT-kompatiblen Implantaten (z. B. ältere Herzschrittmacher).
- Metallische Fremdkörper können Artefakte oder Sicherheitsrisiken verursachen.
Synonyms -
MRT,MRI,MRT-gesteuerten
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Makrophagen
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Makrophage
Makrophagen sind phagozytierende Immunzellen des mononukleären Phagozytensystems (MPS), die aus Monozyten differenzieren. Sie sind essenziell für die angeborene Immunabwehr, die Gewebshomöostase und die Entzündungsregulation. In ruhendem Zustand werden sie als Histiozyten bezeichnet, die sich bei Aktivierung in phagozytierende Makrophagen umwandeln.
Funktion
- Phagozytose: Aufnahme und Abbau von Pathogenen, Zelltrümmern und Fremdstoffen
- Antigenpräsentation: Aktivierung von T-Zellen durch MHC-II-Expression
- Entzündungsmodulation: Sekretion von pro- und antiinflammatorischen Zytokinen (z. B. TNF-α, IL-10)
- Erkennung von Pathogenen: Makrophagen exprimieren Toll-like Rezeptoren (TLR), die bakterielle und virale Muster (PAMPS) erkennen und Immunantworten aktivieren
- Gewebereparatur: Förderung der Wundheilung durch Freisetzung von Wachstumsfaktoren (VEGF, TGF-β, PDGF, FGF, EGF)
Subtypen
- Klassische M1-Makrophagen: Proinflammatorisch, mikrobizid, aktiv in akuten Entzündungen (CD68+, CD80+, CD86+, MHC-II+)
- Alternative M2-Makrophagen: Anti-inflammatorisch, geweberegenerierend, Tumor-assoziierte Makrophagen (TAMs) (CD163+, CD206+, IL-10+)
- Gewebespezifische Makrophagen: Alveolarmakrophagen (Lunge), Kupffer-Zellen (Leber), Mikroglia (ZNS)
Klinische Relevanz
- Wichtige Rolle bei Infektionen, chronischen Entzündungen und Autoimmunerkrankungen
- Makrophagen im Tumormikromilieu (TAMs) fördern häufig das Tumorwachstum
- Zielstruktur für Immuntherapien, z. B. Checkpoint-Inhibitoren gegen Makrophagen-assoziierte Immunsuppressionsmechanismen
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MALT-Lymphom
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Das MALT-Lymphom (Extranodales Marginalzonen-Lymphom des mukosaassoziierten lymphatischen Gewebes) ist ein niedrigmalignes, indolentes B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphom, das aus post-germinalzentrums B-Zellen entsteht. Es tritt häufig in der Magenschleimhaut auf, kann aber auch in Lunge, Speicheldrüsen, Schilddrüse oder Haut vorkommen.
Ätiologie
- Assoziation mit chronischen Entzündungen (z. B. Helicobacter pylori im Magen, Chlamydia psittaci in der Konjunktiva)
- Autoimmunerkrankungen wie Sjögren-Syndrom oder Hashimoto-Thyreoiditis
- Genetische Aberrationen:
- t(11;18)(q21;q21) → API2-MALT1-Fusion
- t(1;14)(p22;q32) → BCL10-IGH-Fusion
- t(14;18)(q32;q21) → IGH-MALT1-Fusion
Immunphänotyp
- Positiv: CD19, CD20, CD22, CD79a
- Variabel: BCL2, CD43
- Negativ: CD5, CD10, CD23, Cyclin D1 (Abgrenzung zu anderen B-Zell-Lymphomen)
Klinische Relevanz
- Langsames Wachstum, oft asymptomatisch oder unspezifische Beschwerden
- Gastrisches MALT-Lymphom: Helicobacter-assoziierte Formen sprechen häufig auf Eradikationstherapie an
- Bei fortgeschrittener Erkrankung Therapieoptionen wie Rituximab, Chemo- oder Strahlentherapie
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medullär
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Medullär beschreibt in der Pathologie eine Tumorform, die durch eine weiche, markartige Konsistenz und eine hohe Zelldichte gekennzeichnet ist. Medulläre Tumoren wachsen oft schnell und haben eine geringe Menge an Stroma (bindegewebiges Stützgewebe), wodurch die Tumorzellen dicht beieinander liegen. Dieses Wachstumsmuster wird häufig bei bestimmten Karzinomen beobachtet, wie etwa dem medullären Brustkarzinom oder medullären Schilddrüsenkarzinom. Medulläre Tumoren können je nach Organ und Typ unterschiedlich aggressiv sein, wobei ihre morphologische Struktur oft einen wichtigen Hinweis für die Diagnose und Prognose liefert.
Synonyms -
medulläres, medulläre, medulläres Karzinom
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Meläna
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Meläna bezeichnet den typischen schwarz glänzenden, teerartigen Stuhl, der durch den bakteriellen Abbau von Blutbestandteilen (v. a. Hämoglobin) im oberen Gastrointestinaltrakt entsteht. Sie ist ein Hinweis auf eine okkulte oder manifeste obere GI-Blutung (z. B. Ulkus, Ösophagusvarizen, Tumor).
Pathophysiologie
- Das Blut wird im Magen-Darm-Trakt enzymatisch und bakteriell zersetzt.
- Bereits 50–100 ml Blut können zur Ausbildung einer Meläna führen.
- Bei verlangsamter Passage kann auch eine Blutung aus dem oberen Dünndarm oder rechten Kolon eine Meläna verursachen.
Abgrenzung: Hämatochezie
Hämatochezie bezeichnet die Ausscheidung von frischem, rotem Blut per anus und ist meist Zeichen einer distalen (unteren) gastrointestinalen Blutung (z. B. Hämorrhoiden, kolorektale Tumoren, Divertikelblutung). Bei massiven oberen GI- Blutungen mit schneller Passage kann jedoch auch eine Hämatochezie auftreten.
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MET
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MET (Mesenchymal-Epithelial Transition) ist ein Proto- Onkogen, das für die Tyrosinkinase c- Met kodiert, einen Rezeptor für den Hepatozyten-Wachstumsfaktor (HGF). c- Met spielt eine zentrale Rolle in der Zellproliferation, -migration und - differenzierung sowie in der Angiogenese.
Pathologische Relevanz in der Lunge
- MET-Exon-14-Skipping-Mutationen: Diese Mutationen führen zu einer Stabilisierung des c-Met-Rezeptors und fördern unkontrolliertes Zellwachstum. Sie treten bei etwa 3–4% der nicht-kleinzelligen Lungenkarzinome (NSCLC) auf.
- MET-Amplifikationen: Eine Überexpression von MET kann zur Tumorprogression und Resistenz gegenüber EGFR-Inhibitoren beitragen.
Diagnostik
Therapeutische Relevanz
- Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKIs) wie Capmatinib und Tepotinib sind bei MET-alterierten NSCLC-Patienten wirksam.
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MET-Exon-14-Skipping
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MET-Exon-14-Skipping ist eine genetische Veränderung im MET-Gen (7q31.2), die zum Verlust der Splice-Stelle von Exon 14 führt. Dies führt zur Deletion einer wichtigen regulatorischen Domäne im c-Met-Rezeptor, wodurch dessen Abbau verhindert wird. Die Folge ist eine konstitutive Aktivierung des MET-Signalwegs, der unkontrolliertes Zellwachstum fördert.
Pathologische Relevanz
- Tritt bei etwa 3–4 % der nicht-kleinzelligen Lungenkarzinome (NSCLC) auf.
- Vermehrt nachweisbar bei älteren Patienten und oft ohne Raucheranamnese.
- Erhöhte MET-Signalaktivität fördert Proliferation, Migration und Invasion von Tumorzellen.
Diagnostik
Therapeutische Relevanz
- Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKIs): Capmatinib und Tepotinib sind spezifisch für MET-Exon-14-alterierte NSCLC.
- Patienten mit MET-Exon-14-Skipping-Mutationen sprechen häufig schlechter auf konventionelle Chemotherapie oder Immuntherapie an.
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