ECL-Zell-Hyperplasie |
ECL-Zell-Hyperplasie bezeichnet eine reaktive Vermehrung der enterochromaffin-like (ECL)-Zellen im Fundus des Magens. ECL-Zellen sind neuroendokrine Zellen, die Histamin produzieren und über Gastrinrezeptoren die Magensäuresekretion stimulieren.
- Stimulation durch chronisch erhöhte Gastrinspiegel (Hypergastrinämie)
- Ursachen: chronisch atrophische Gastritis (Typ A), Zollinger-Ellison-Syndrom, langfristige PPI-Therapie
Histologische Formen
- Lineare Hyperplasie: Vermehrte ECL-Zellen entlang der Basalmembran der Drüsen
- Mikronoduläre Hyperplasie: Kleine, umschriebene Zellaggregate im Korpus-Fundus-Bereich
Abgrenzung zu NET
- ECL-Zell-Hyperplasie: Reaktive, nicht-neoplastische Veränderung
- Gastrales NET: Neoplastisch, meist aus vorbestehender ECL-Hyperplasie entstanden
- Grenze: NET bei Läsionen > 0,5 mm mit destruktivem Wachstum und Umgebungsreaktion (z. B. Fibrose, Gefäßinfiltration)
Klinische Bedeutung
- Hinweis auf chronische Hypergastrinämie → Abklärung zugrunde liegender Ursache
- Kann Übergang zu Typ 1 oder Typ 2 gastralen NET markieren
Synonyms:
ECL-Zellhyperplasie
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