SCFA

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Term Definition
SCFA

Kurzkettige Fettsäuren (Short-Chain Fatty Acids, SCFA) sind kurzkettige organische Säuren mit 1–6 Kohlenstoffatomen, die durch bakterielle Fermentation von unverdaulichen Kohlenhydraten im Kolon entstehen. Sie spielen eine zentrale Rolle in der Darmhomöostase und Energieversorgung der Kolonozyten.

Wichtige kurzkettige Fettsäuren
  • Essigsäure (C2, Acetat): Systemisch verfügbar, beteiligt am Lipid- und Glukosestoffwechsel.
  • Propionsäure (C3, Propionat): Beeinflusst die hepatische Glukoneogenese, immunmodulatorische Effekte.
  • Buttersäure (C4, Butyrat): Hauptenergiequelle der Kolonozyten, entzündungshemmend, epigenetische Regulation.
Relevanz bei der Diversionskolitis
  • Bei einer Diversionskolitis (Entzündung des ausgeschalteten Kolonsegments nach Stomaanlage) kommt es durch den Fehlkontakt mit SCFAs zu Schleimhautatrophie, lymphoplasmazellulärer Entzündung und Ulzerationen.
  • SCFAs fördern die Regeneration der Kolonozyten und reduzieren die Schleimhautentzündung.
Klinische Relevanz
  • SCFAs besitzen entzündungshemmende Eigenschaften und regulieren die intestinale Barrierefunktion.
  • SCFA-Mangel wird mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) und metabolischen Erkrankungen assoziiert.
  • In der Therapie der Diversionskolitis wird Butyrat als rektale Applikation erprobt.
Synonyms: SCFA,kurzkettige Fettsäuren,kurzkettigen Fettsäuren,(SCFA)