| CIMP |
CIMP (CpG Island Methylator Phenotype) bezeichnet einen molekularen Tumorsubtyp mit ausgeprägter Hypermethylierung von CpG-Inseln in Promotorregionen zahlreicher Gene. Die resultierende epigenetische Geninaktivierung betrifft häufig Tumorsuppressorgene und DNA-Reparaturgene und trägt zur Tumorentstehung bei.
Molekularer Mechanismus
- Hypermethylierung von Cytosinresten in CpG-Inseln durch DNA-Methyltransferasen (DNMTs)
- Rekrutierung von Methyl-bindenden Proteinen und Histondeacetylasen → Chromatinkondensation und Transkriptionshemmung
- Silencing zahlreicher Gene, darunter Tumorsuppressor- und Reparaturgene
- Häufige Inaktivierung von MLH1 mit konsekutiver dMMR/MSI-H-Konstellation
Pathologische Bedeutung
- Vor allem bei kolorektalen Karzinomen, aber auch bei Magen-, Endometrium- und Pankreastumoren beschrieben
- Eng assoziiert mit dem serratierten Karzinogeneseweg
- Häufige Begleitveränderungen: BRAF-V600E-Mutation, MSI-H, rechtsseitige Lokalisation
Diagnostik
- Nachweis mittels methylierungsspezifischer PCR oder NGS-basierter Verfahren
- Einteilung häufig in CIMP-high, CIMP-low und CIMP-negativ
- Die genaue Definition variiert je nach verwendetem Markergen-Panel
Klinisch-pathologische Bedeutung
- Wichtiger molekularer Subtyp insbesondere beim kolorektalen Karzinom
- Relevant für die Abgrenzung sporadischer MLH1-defizienter Tumoren vom Lynch-Syndrom
- Beeinflusst Prognose, Tumorbiologie und teilweise das Therapieansprechen
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