Serratierter Karzinogeneseweg
Der serratierte Karzinogeneseweg ist ein molekularer Entstehungsweg des kolorektalen Karzinoms, der von serratierten Polypen ausgeht und durch frühe BRAF-Mutationen, epigenetische Veränderungen und häufige CpG-Insel-Hypermethylierung (CIMP) charakterisiert ist. Er ist für etwa 15–30 % der kolorektalen Karzinome verantwortlich.
Vorläuferläsionen
- Hyperplastischer Polyp (v. a. mikrovesikulärer Typ)
- Sesile serratierte Läsion (SSL/SSA) mit oder ohne Dysplasie
- Traditionelles serratiertes Adenom (TSA)
Molekularer Mechanismus
Histologie
- Sägezahnartige Kryptenkonfiguration („Serration“)
- Dilatierte, verzweigte oder horizontal wachsende Krypten bei SSL
- Basale Kryptendilatation und L- oder T-förmige Kryptenarchitektur
Klinisch-pathologische Bedeutung
- Typischerweise rechtsseitige Kolonlokalisation
- Häufig bei älteren Patienten und Frauen
- Resultierende Karzinome zeigen häufig MSI-H, dMMR, Muzinproduktion und ausgeprägte tumorinfiltrierende Lymphozyten
- Abgrenzung zum klassischen Adenom-Karzinom-Sequenzweg mit APC-, KRAS- und TP53-Mutationen