Eisenmangel

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Term Definition
Eisenmangel

Ein Eisenmangel bezeichnet eine unzureichende Verfügbarkeit von Eisen für die Hämoglobinsynthese und zelluläre Stoffwechselprozesse. Er ist die häufigste Ursache einer mikrozytär-hypochromen Anämie weltweit.

Ursachen
  • Chronischer Blutverlust: gastrointestinale Blutungen, Menorrhagie, Tumoren
  • Erhöhter Bedarf: Schwangerschaft, Wachstum, Stillzeit
  • Verminderte Aufnahme: Malabsorption, Zöliakie, Gastrektomie
  • Unzureichende Zufuhr: selten isolierte Ursache
Molekularbiologie
  • Eisen ist essenziell für die Hämoglobinsynthese und zahlreiche Enzyme
  • Die Eisenhomöostase wird über Hepcidin reguliert, welches die Eisenfreisetzung über Ferroportin hemmt
  • Bei Eisenmangel sinkt die Hepcidinproduktion und die intestinale Eisenresorption steigt
Typische Laborbefunde
  • Ferritin ↓ (frühester und sensitivster Marker)
  • Transferrin ↑ bzw. TIBC ↑
  • Transferrinsättigung ↓
  • Serumeisen ↓
  • Hb ↓, MCV ↓, MCH ↓ bei manifester Eisenmangelanämie
  • Häufig RDW ↑ durch Anisozytose
Histologie
  • Mikrozytäre, hypochrome Erythrozyten mit Aniso- und Poikilozytose
  • Verminderte oder fehlende Eisenspeicher in der Knochenmarksfärbung (Berliner-Blau-Reaktion)
Klinisch-pathologische Bedeutung
  • Leitsymptome: Müdigkeit, Leistungsabfall, Dyspnoe und Blässe
  • Bei Erwachsenen sollte insbesondere an eine okkulte gastrointestinale Blutungsquelle gedacht werden
  • Die Therapie umfasst Ursachenbehandlung und Eisensubstitution