Eosinophile Ösophagitis | |
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Last Update: 27.11.2024 | |
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Kategorie: | Chronisch-entzündliche Erkrankung |
ICD-10: | K20.0 (Ösophagitis mit Allergie) |
Eosinophile Ösophagitis (EoE)
Allgemeines:
- EoE ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Speiseröhre, charakterisiert durch eine dichte eosinophile Infiltration der Mukosa.
- Die Erkrankung ist allergieassoziiert und durch eine Dysfunktion der Ösophagusmuskulatur geprägt.
- Häufigster Grund für Schluckstörungen (Dysphagie) bei jungen Erwachsenen und Kindern.
Klinik:
- Leitsymptome:
- Dysphagie (Schluckstörungen), insbesondere bei festen Speisen.
- Bolusobstruktion (Speiseröhrenverengung durch feststeckende Nahrung).
- Reflux-ähnliche Beschwerden, oft refraktär gegenüber Protonenpumpeninhibitoren (PPI).
- Altersspezifische Symptome:
- Kinder: Erbrechen, Nahrungsverweigerung, Gedeihstörungen.
- Erwachsene: Brustschmerzen, Dysphagie, Bolusimpakt.
- Therapie:
- Elimination von Allergenen durch diätetische Maßnahmen (z. B. 6-Food-Eliminationsdiät).
- Topische Steroide (z. B. Budesonid als Sprüh- oder Schluckpräparation).
- Protonenpumpeninhibitoren zur Entzündungshemmung.
- Dilatation bei persistierender Stenose (mechanische Erweiterung der Speiseröhre).
Epidemiologie:
- Inzidenz: 5–10 pro 100.000 Personen pro Jahr.
- Prävalenz: 1:1.000 bis 1:2.000 in der Allgemeinbevölkerung.
- Geschlechtsverhältnis: Männer häufiger betroffen (3:1).
- Familiäre Häufung und Assoziation mit atopischen Erkrankungen (z. B. Asthma, allergische Rhinitis, Ekzem).
Pathogenese:
- Auslöser: Nahrungsmittelallergene (z. B. Milch, Weizen, Ei) oder inhalative Allergene.
- Chronische allergische Immunreaktion, vermittelt durch IL-4, IL-5 und IL-13.
- Folgen: Eosinophile Infiltration, Gewebsumbau (Fibrose), Dysfunktion der Speiseröhre.
Makroskopie:
- Endoskopisch sichtbare Veränderungen:
- Ringe (sog. „Trachealisierung“ der Speiseröhre).
- Exsudate („weiße Flecken“).
- Furchen („longitudinale Rillen“).
- Strikturen (Stenosen).
- In fortgeschrittenen Fällen: Fixierte Strikturen, Lumeneinengung.
Mikroskopie:
- Dichte Infiltration der Mukosa durch Eosinophile (≥15 Eosinophile/HPF).
- Eosinophile Mikroabszesse in der Mukosa.
- Fibrose der Lamina propria bei chronischer Entzündung.
- Basalzellhyperplasie und Verlängerung der papillären Schichten.
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Eosinophile Ösophagitis
Eosinophilenvermehrung sowie eosinophile Mikroabszesse
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Eosinophile Ösophagitis
Eosinophile Mikrosabszesse und Vermehrung von eosinophilen Granuloyzten
Differentialdiagnosen:
- Reflux-Ösophagitis:
- Geringere Eosinophilenzahl, typischerweise <15/HPF.
- Therapieansprechen auf PPI.
- Pill-induced Ösophagitis:
- Lokal begrenzte Entzündung, oft an typischen Stellen (z. B. im mittleren Ösophagus).
- Infektiöse Ösophagitis: