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Term Definition
Zellpleomorphie

Zellpleomorphie bezeichnet die auffällige Variation in Größe, Form und Aussehen von Zellen innerhalb eines Gewebes, häufig im Kontext maligner Tumoren. Bei pleomorphen Zellen sind Zellkerne oft vergrößert, unregelmäßig geformt und zeigen variierende Chromatinverteilung. Diese Abweichungen sind ein Hinweis auf genetische Instabilität und Entdifferenzierung und gelten als ein typisches Merkmal bösartiger Tumoren. Zellpleomorphie ist daher ein wichtiger Befund in der histopathologischen Diagnose von Malignität.

Synonyms - Pleomorphie, pleomorphe, pleomorphe, pleomorph
Zytokin
Zytokine sind eine Gruppe von löslichen, meist niedermolekularen Signalproteinen, die der Kommunikation zwischen Zellen des Immunsystems sowie anderen Geweben dienen. Sie regulieren Immunantwort, Entzündung, Zellwachstum und Differenzierung.
Funktionelle Gruppen
  • Interleukine (IL): Vermitteln Signale zwischen Immunzellen (z. B. IL-2, IL-6, IL-10)
  • Interferone (IFN): Antivirale und immunmodulierende Effekte (z. B. IFN-α, IFN-γ)
  • Tumornekrosefaktoren (TNF): Vermitteln Entzündung und Apoptose (z. B. TNF-α)
  • Koloniestimulierende Faktoren (CSF): Steuern Hämatopoese (z. B. G-CSF, GM-CSF)
  • Chemokine: Steuern Zellmigration (z. B. CXCL8/IL-8, CCL2/MCP-1)
Pathophysiologie
  • Überproduktion kann zu Zytokinsturm führen (z. B. bei Sepsis, COVID-19, Immuntherapie)
  • Zytokinmuster (z. B. TH1/TH2/TH17) beeinflussen Krankheitsverläufe bei Autoimmunität oder Infektionen
  • Zytokine sind Zielstrukturen für biologische Therapien (z. B. TNF-Inhibitoren, IL-6-Antagonisten)
Klinische Relevanz
  • Wichtige Mediatoren in Infektion, Entzündung, Autoimmunität und Tumorbiologie
  • Messbar in Blut/Serum – diagnostisch z. B. bei Entzündungen oder Immunaktivierung
  • Zielstrukturen moderner Immuntherapien (z. B. bei rheumatoider Arthritis, CED, Krebs)
Synonyms - Zytokine,Cytokin,Cytokine
zytotoxisch
Zytotoxizität bzw. zytotoxisch bezeichnet die Fähigkeit einer Substanz oder einer Immunzelle, andere Zellen aktiv zu schädigen oder abzutöten. Der Begriff wird insbesondere in der Onkologie, Immunologie und Pharmakologie verwendet.
Mechanismen der Zytotoxizität
  • Immunvermittelte Zytotoxizität: T-Zellen (CD8+) und NK-Zellen eliminieren infizierte oder maligne Zellen durch Perforin/Granzym- oder FasL/Fas-Interaktion.
  • Zytotoxische Medikamente: Chemotherapeutika (z. B. Anthrazykline, Alkylanzien) induzieren DNA-Schäden und Apoptose.
  • Antikörpervermittelte Zytotoxizität (ADCC): Therapeutische Antikörper (z. B. Rituximab) binden an Tumorzellen und rekrutieren Effektorzellen zur Zellzerstörung.
Klinische Relevanz
  • Zytotoxische T-Zellen sind essenziell für die Tumor- und Virusabwehr.
  • Zytotoxische Medikamente sind Hauptbestandteil vieler Krebstherapien.
  • Zytotoxische Reaktionen können auch Nebenwirkungen verursachen, z. B. durch Myelosuppression.
Synonyms - Zytotoxizität,cytotoxisch