Steroid |
Steroide sind eine Klasse von lipophilen Molekülen, die aus einem gemeinsamen chemischen Grundgerüst – dem Cyclopentanoperhydrophenanthren-Ringsystem – bestehen. In der Medizin bezeichnet man mit „ Steroid“ häufig körpereigene oder synthetische Hormone, die über den nukleären Hormonrezeptor wirken.
Wichtige Gruppen medizinisch relevanter Steroide
- Glukokortikoide: z. B. Cortisol, Prednisolon – entzündungshemmend, immunsuppressiv
- Mineralokortikoide: z. B. Aldosteron – Regulation des Elektrolyt- und Wasserhaushalts
- Sexualsteroide: z. B. Testosteron, Östradiol, Progesteron
- Anabole Steroide: synthetische Derivate von Testosteron mit muskelaufbauender Wirkung
Wirkmechanismus
- Binden an intrazelluläre Rezeptoren → Komplex transloziert in den Zellkern
- Regulation der Genexpression durch Bindung an Hormone Response Elements (HREs)
- Langsame, genregulatorische Effekte; bei Glukokortikoiden auch schnelle, nicht-genomische Effekte
Klinische Relevanz
- Glukokortikoide: Breite Anwendung bei Autoimmunerkrankungen, Allergien, CED, Asthma, Organtransplantation
- Langzeitgebrauch: Nebenwirkungen wie Osteoporose, Hyperglykämie, Infektanfälligkeit, Hautatrophie
- Therapeutische Überwachung: Wichtig zur Vermeidung von Nebennierenrindeninsuffizienz bei Absetzen
Synonyms:
Steroide
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