Granulationsgewebe ist ein provisorisches, hochvaskularisiertes Bindegewebe, das im Rahmen der Wundheilung gebildet wird. Es entsteht in der proliferativen Phase der Heilung und dient als Übergangsstruktur zur Narbenbildung.
Histologische Merkmale
- Fibroblasten: Synthese von Kollagen und extrazellulärer Matrix.
- Kapilläre Neubildung (Angiogenese): Dichtes Netzwerk aus neu gebildeten, oft undichten Kapillaren.
- Entzündungszellen: Makrophagen, Lymphozyten und Plasmazellen zur Wundreinigung und Regulation.
- Ödem: Aufgrund der erhöhten Gefäßpermeabilität.
Funktion
- Bereitet das Gewebe auf die Geweberegeneration oder Narbenbildung vor.
- Fördert die Gefäßneubildung für Nährstoff- und Sauerstoffversorgung.
- Unterstützt die Einwanderung von Epithelzellen zur Wunddeckung.
- Wächst in Nekrosen oder Infarktareale ein und baut diese ab.
Klinische Relevanz
- Physiologische Wundheilung: Abbau und Umwandlung in reifes Bindegewebe.
- Chronische Wunden: Persistierendes Granulationsgewebe bei gestörter Heilung.
- Pathologische Narbenbildung: Überschießende Granulation kann zur Keloidbildung führen.