Hyperämie |
Hyperämie bezeichnet eine vermehrte Durchblutung eines Gewebes infolge dilatierter Blutgefäße. Sie kann aktiv oder passiv sein und tritt physiologisch (z. B. bei Muskelarbeit) oder pathologisch (z. B. bei Entzündungen) auf.
Formen
- Aktive Hyperämie: Durch Vasodilatation gesteigerter arterieller Zufluss, z. B. bei Entzündung, Wärme, metabolischer Aktivität.
- Passive Hyperämie (Stauung): Durch Abflussbehinderung (z. B. venöser Rückstau) bedingte Blutansammlung im Gewebe.
Histologie
- Erweiterte und mit Erythrozyten prall gefüllte Kapillaren und Venolen
- Oft begleitend: Ödem, initial keine Zellinfiltrate bei reiner Hyperämie
- Bei passiver Hyperämie zusätzlich: Hämosiderinablagerungen, Atrophie, Fibrose (chronisch)
- Aktive Hyperämie ist ein zentrales Merkmal der akuten Entzündung
- Verursacht das klassische Entzündungszeichen "Rubor" (Rötung) nach Galen
- Zusammen mit "Calor", "Tumor", "Dolor" und "Functio laesa" beschreibt sie die lokalen Entzündungszeichen
Klinische Relevanz
- Hyperämie ist reversibel und Ausdruck gesteigerter Stoffwechselaktivität oder Reaktion auf Gewebsschädigung
- Differenzierung zur passiven Hyperämie (Stauung) ist histologisch und klinisch wichtig
Synonyms:
hyperäm,hyperämisch,Rötung,Rubor,Kapillardilatation
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