Morbus Behçet

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Term Definition
Morbus Behçet
Morbus Behçet ist eine systemische vaskulitische Autoimmunerkrankung, die vor allem kleine und mittelgroße Gefäße betrifft. Sie ist durch das klassische Trias aus oralen Aphten, genitalen Ulzera und Uveitis charakterisiert und tritt gehäuft entlang der historischen Seidenstraße („Silk Road Disease“) auf.
Pathophysiologie
  • Autoimmun-vermittelte neutrophile Vaskulitis, unklare Genese.
  • Assoziation mit HLA-B51 (ca. 70%), jedoch kein monogenetisches Muster.
  • Chronische Entzündung führt zu Endothelschädigung, Thrombosen und Organmanifestationen.
Klinische Manifestationen
  • Mukokutane Symptome: Orale Aphten (>90%), genitale Ulzera, erythematöse Hautläsionen.
  • Ophthalmologische Beteiligung: Uveitis, Retinitis, Optikusneuritis → Risiko für Erblindung.
  • Vaskuläre Komplikationen: Tiefe Venenthrombosen, arterielle Aneurysmen.
  • Gastrointestinale Beteiligung: Aphthöse Ulzera im Darm, v. a. terminales Ileum und Kolon.
  • Neurologische Manifestationen: „Neuro-Behçet“, Meningoenzephalitis, vaskuläre Insulte.
Diagnostik
  • Klinische Diagnose nach International Study Group (ISG)-Kriterien mit Hauptkriterium „rezidivierende orale Aphten“.
  • Pathergie-Test als unspezifischer Marker (positiv bei 50%).
  • Bildgebung bei vaskulären oder neurologischen Symptomen (MRA, MRT).
Therapie
  • Kortikosteroide: Zur Akutbehandlung von Entzündungsschüben.
  • Immunsuppressiva: Colchicin, Azathioprin, Methotrexat, Ciclosporin A.
  • Biologika: TNF-α-Inhibitoren (Infliximab, Adalimumab) bei schweren Verläufen.
Synonyms: Behçet-Syndroms