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Glossaries

Term Definition
kokkoid
Der Begriff kokkoid beschreibt eine kugelförmige oder rundliche Zellmorphologie, insbesondere bei Bakterien. Kokkoide Bakterien treten als Einzelzellen, in Diplokokken (Paaren), Streptokokken (Ketten) oder Staphylokokken (haufenförmigen Clustern) auf.
Relevanz in der Medizin
  • Wichtige pathogene Vertreter: Streptococcus pneumoniae, Staphylococcus aureus, Neisseria spp.
  • Können grampositiv oder gramnegativ sein
  • Häufige Erreger von Infektionen wie Pneumonien, Sepsis oder Meningitis
  • Helicobacter pylori: Kann nach Antibiotikabehandlung oder ungünstigen Umweltbedingungen eine kokkoide Persistenzform annehmen, die schwerer nachweisbar ist und als potenziell lebensfähige, aber nicht kultivierbare Form gilt.
  • Kokkoide Bakterien vs. Kokken: Nicht alle kokkoiden Bakterien sind echte Kokken. Einige Bakterien, wie Helicobacter pylori, können unter Stressbedingungen eine kokkoide, nicht-replikative Form annehmen.
Synonyms - kokkoide
Kolon
Das Kolon (Dickdarm im engeren Sinne) ist der längste Abschnitt des Dickdarms und dient hauptsächlich der Rückresorption von Wasser und Elektrolyten sowie der Speicherung und Fermentation von Stuhl durch die Darmflora. Es folgt auf das Zäkum (Caecum) und endet am Rektum.
Anatomie
  • Gesamtlänge: ca. 1,2 bis 1,5 Meter
  • Abschnitte:
    • Colon ascendens (aufsteigender Dickdarm)
    • Colon transversum (querverlaufender Dickdarm)
    • Colon descendens (absteigender Dickdarm)
    • Colon sigmoideum (S-förmiger Abschnitt vor dem Rektum)
Histologie
  • Typisch sind Kryptenreiche Mukosa ohne Zotten
  • Reich an Becherzellen zur Schleimproduktion
  • Muscularis mit Taenien (Längsmuskelschichten)
Klinische Relevanz
  • Zentrale Rolle bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, Divertikulitis und Kolonkarzinomen
  • Regelmäßige Vorsorge (z. B. Koloskopie) zur Früherkennung von Polypen und Karzinomen empfohlen
Synonyms - Colon
kolorektal

"Kolorektal" bezieht sich auf den Dickdarm (Kolon) und den Enddarm (Rektum) und umfasst somit den letzten Abschnitt des Verdauungstrakts. Kolorektale Erkrankungen betreffen daher diese beiden Darmabschnitte, wobei kolorektale Karzinome (Darmkrebs) eine häufige Form der malignen Tumoren in diesem Bereich darstellen.

Synonyms - kolo-rektal, kolorektale
Kontaktblutung
Kontaktblutungen sind Blutungen, die durch mechanische Reizung oder Berührung von Gewebe entstehen. Sie treten häufig an Schleimhäuten auf und sind ein klinisches Zeichen für pathologische Veränderungen.
Ursachen
  • Gynäkologisch: Zervikale Dysplasien, Zervizitis, Endometriumkarzinom
  • Gastrointestinal: Gastritis, Ulzera, Tumoren im Magen-Darm-Trakt
  • HNO-Bereich: Nasenpolypen, Schleimhautentzündungen
Klinische Bedeutung
Kontaktblutungen können auf benigne oder maligne Prozesse hinweisen und sollten je nach Lokalisation weiter abgeklärt werden, insbesondere wenn sie persistieren oder mit anderen Symptomen einhergehen.
Synonyms - Kontaktblutungen
Korpus
Der Korpus ist der mittlere Abschnitt des Magens zwischen Fundus und Antrum. Er gehört funktionell zum oxyntischen Magenanteil, da seine Schleimhaut reich an Belegzellen (Parietalzellen) ist, die Salzsäure (HCl) und intrinsic factor produzieren.
Histologie
  • Oxyntische Drüsen (Fundus-Korpus-Typ): Enthalten:
  • Schleimhaut mit dicht gepackten tubulären Drüsen, keine Becherzellen
Klinische Relevanz
  • Ort typischer Veränderungen wie chronisch atrophische Gastritis (Typ A)
  • Rückgang der Belegzellen kann zu Vitamin-B12-Mangel führen
  • Unterscheidung von Antrum wichtig in der bioptischen Diagnostik
Synonyms - Corpus,oxynthisch
Krämpfe
Krämpfe sind unwillkürliche, schmerzhafte Muskelkontraktionen, die durch eine gestörte Muskel- oder Nervenfunktion verursacht werden. Sie können akut oder chronisch auftreten und verschiedene Ursachen haben.
Pathophysiologie
  • Erhöhte neuromuskuläre Erregbarkeit: Übermäßige Aktivierung motorischer Nervenfasern.
  • Elektrolytstörungen: Hypokalzämie, Hypomagnesiämie oder Hyponatriämie können Krämpfe auslösen.
  • Ischämie und Hypoxie: Unzureichende Sauerstoffversorgung der Muskulatur.
Ursachen
  • Physiologisch: Muskelüberlastung, Dehydratation, Elektrolytverlust.
  • Neurologisch: Epileptische Anfälle, periphere Neuropathien.
  • Metabolisch: Hypoglykämie, Niereninsuffizienz, Lebererkrankungen.
  • Medikamentös: Diuretika, Beta-Agonisten, Statine.
Klinische Relevanz
  • Unterscheidung zwischen muskulären Krämpfen und neuronalen Spasmen essenziell.
  • Therapie abhängig von Ursache: Elektrolytausgleich, Muskelrelaxantien, physikalische Therapie.
  • Chronische oder generalisierte Krämpfe können auf neurologische oder systemische Erkrankungen hinweisen.
Synonyms - Krampf
KRAS
KRAS(Kirsten Rat Sarcoma Viral Oncogene Homolog)
KRAS Protein
Quelle: Thomas Splettstoesser
CC BY-SA 4.0

Gen: Protoonkogen auf Chromosom 12p12.1.
Funktion: Kodiert für ein GTPase-Protein, das in der Signaltransduktion Zellwachstum und -differenzierung reguliert.
Lokalisation: Vorwiegend an der inneren Zellmembran, wo es Signale von Rezeptoren zu intrazellulären Effektorproteinen weiterleitet.

Erkrankungen
  • Krebs: Mutationen in KRAS sind häufig in Pankreas-, Darm- und Lungenkarzinomen und führen zu unkontrolliertem Zellwachstum.
  • Noonan-Syndrom: Bestimmte Keimbahnmutationen in KRAS können zu dieser Entwicklungsstörung führen.
Molekulare Merkmale
  • Mutationen: Punktmutationen, insbesondere an Position 12 (z. B. G12D, G12V), beeinträchtigen die GTPase-Aktivität und führen zu konstitutiver Aktivierung.
  • Signalwege: Aktiviertes KRAS beeinflusst den MAPK- und PI3K/AKT-Weg, die für Zellproliferation und -überleben entscheidend sind.

Kurz: KRAS ist ein zentrales Gen in der Zellwachstumsregulation, dessen Mutationen häufig zur Onkogenese beitragen.

Krebs

Krebs, medizinisch als Malignom oder maligner Tumor bezeichnet, ist eine Gruppe von Erkrankungen, die durch unkontrolliertes und autonomes Zellwachstum gekennzeichnet sind. Diese bösartigen Zellen verlieren ihre normale Wachstumsregulation, was zu einer Invasion in umliegende Gewebe und möglicherweise zur Bildung von Metastasen (Tochtergeschwülsten) in entfernten Organen führt.

Krebs entsteht durch genetische Mutationen und epigenetische Veränderungen, die wichtige zelluläre Prozesse stören, darunter Zellteilung, Apoptose (programmierter Zelltod) und DNA-Reparatur. Diese Veränderungen führen zu einer Ansammlung abnormaler Zellen, die in der Lage sind, das körpereigene Gewebe zu durchdringen und zu zerstören. Krebs umfasst eine Vielzahl von Erkrankungen, die sich in ihrer Biologie, dem betroffenen Gewebe und der Prognose unterscheiden, aber alle teilen die Fähigkeit zur unkontrollierten Zellvermehrung und zur potenziellen Metastasierung.

Synonyms - Malignom, maligner Tumor, maligne Neoplasie, Malignome
kribriform

Kribriform beschreibt in der Pathologie und Histologie ein Wuchsmuster, bei der Tumorzellen in siebartigen, löchrigen Mustern angeordnet sind. Dieses Erscheinungsbild tritt häufig bei bestimmten Karzinomen auf, wie etwa beim kribriformen Adenokarzinom der Prostata oder der Brustdrüse, und weist auf das Vorliegen zahlreicher kleiner Hohlräume oder Lumina hin, die von Tumorzellen umgeben sind. Kribriforme Strukturen gelten als histopathologisches Merkmal, das bei der Diagnose und Charakterisierung von Tumoren hilfreich sein kann.

Synonyms - kribriformes,kribriformen
Kryptenabszess
Kryptenabszess bezeichnet eine Akkumulation von neutrophilen Granulozyten im Lumen einer Kolonkrypte, oft als Folge einer aktiven Entzündung. Kryptenabszesse sind ein wichtiges histologisches Zeichen für verschiedene Darmerkrankungen.
Histologie
  • Dichtes Aggregat von neutrophilen Granulozyten im Kryptenlumen
  • Oft begleitende Kryptitis (Neutrophileninfiltration ins Kryptenepithel)
  • Teilweise Kryptenruptur mit nachfolgender Ulzeration
Assoziierte Erkrankungen
Klinische Relevanz
  • Wichtiger histologischer Marker für eine aktive Kolitis
  • Typisches Zeichen einer Colitis ulcerosa (flächige Verteilung, Kryptendeformation)
  • Hilft in der Differentialdiagnose zwischen infektiösen und chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen:
Synonyms - Kryptenabszesse
Kryptitis
Kryptitis bezeichnet eine Entzündung der Kolonkrypten, die histologisch durch eine Infiltration von neutrophilen Granulozyten in das Kryptenepithel gekennzeichnet ist. Sie ist ein unspezifisches Zeichen für eine entzündliche Reaktion der Darmschleimhaut.
Histologie
  • Neutrophile Granulozyten in den Kryptenepithelzellen
  • Begleitende lymphoplasmazelluläre Entzündung in der Lamina propria
  • Oft mit Kryptenhyperplasie oder Erosionen assoziiert
Assoziierte Erkrankungen
Klinische Relevanz
  • Histologisches Zeichen einer aktiven Entzündung
  • Kann mit Kryptenabszessen (Ansammlung von Neutrophilen im Kryptenlumen) assoziiert sein
  • Bei infektiösen Kolitiden meist diffus, bei CED oft fokal oder segmental ausgeprägt
Lebenszeitrisiko

Das Lebenszeitrisiko bezeichnet die Wahrscheinlichkeit, dass eine Person im Laufe ihres Lebens eine bestimmte Krankheit entwickelt oder ein bestimmtes Ereignis (z. B. einen Herzinfarkt) erlebt. Es wird meist als prozentualer Wert angegeben und bezieht sich auf das Risiko von der Geburt bis zum Lebensende. In der Onkologie wird das Lebenszeitrisiko häufig genutzt, um das Risiko für die Entwicklung bestimmter Krebsarten darzustellen, und berücksichtigt sowohl genetische als auch umweltbedingte Faktoren, die im Laufe des Lebens auf eine Person einwirken können.

Lewis-System
Lewis-Antigene sind erythrozytäre und sekretorische Glykoproteine, die zur ABO-Blutgruppensystem-assoziierten Lewis-Antigenfamilie gehören. Sie entstehen durch die enzymatische Modifikation von H-Antigenen durch Fucosyltransferasen und sind vor allem in Sekreten, auf Epithelien und in geringerem Maße auf Erythrozyten vorhanden.
Wichtige Lewis-Antigene
  • Lea: Erstes Produkt der FUT3 (Lewis-Gen)-kodierten Fucosylierung, exprimiert bei Lewis-positiven (Le a+b−) Individuen
  • Leb: Zweites Produkt, benötigt zusätzlich eine FUT2 (Secretor-Gen)-Aktivität; exprimiert bei Le a−b+ Individuen
  • Lewis-negative (Le a−b−): Fehlen der FUT3-Funktion, häufiger in bestimmten Ethnien
Klinische Relevanz
  • Onkologie: Lewis-Antigene (z. B. CA19-9 = sialyl-Lea) sind Tumormarker für Pankreas- und Magenkarzinome
  • Transfusionsmedizin: Lewis-Antikörper sind meist IgM-Antikörper und klinisch selten hämolytisch
  • Mikrobiologie: Bestimmte Pathogene (z. B. Helicobacter pylori) nutzen Lewis-Antigene als Adhäsionsrezeptoren
Synonyms - Lewis-B-Antigene
Lipidmembran
Die Lipidmembran, auch zelluläre Biomembran oder Zellmembran genannt, ist eine doppelschichtige Struktur aus Lipiden, die jede Zelle und viele Organellen umgibt. Sie besteht primär aus Phospholipiden, die sich mit ihren hydrophilen Köpfen nach außen und ihren hydrophoben Fettsäureketten nach innen anordnen.
Struktur und Bestandteile
  • Phospholipide: Hauptkomponente, bilden die Lipiddoppelschicht
  • Cholesterin: Reguliert Fluidität und Stabilität der Membran
  • Proteine: Integrale und periphere Membranproteine übernehmen Transport-, Rezeptor- und Enzymfunktionen
  • Kohlenhydrate: Als Glykoproteine/-lipide an der Außenseite zur Zell-Zell-Erkennung
Funktion
  • Barriere zwischen intra- und extrazellulärem Raum
  • Steuerung des Stoffaustauschs (z. B. Ionen, Nährstoffe, Signalmoleküle)
  • Signaltransduktion über membranständige Rezeptoren
  • Verankerung des Zytoskeletts und Zellinteraktionen
Klinische Relevanz
  • Veränderungen der Lipidmembranstruktur oder -zusammensetzung spielen eine Rolle bei Apoptose, Tumorentstehung, Vireninvasion (z. B. HIV, SARS-CoV-2) und neurodegenerativen Erkrankungen.
Synonyms - Zellmembran
Lipomatose
  • Definition: Generalisierte oder fokale Vermehrung von Fettgewebe.
  • Ätiologie: Unklare Genese, kann idiopathisch oder sekundär (z.B. nach Traumata, Erkrankungen, Medikamente) auftreten.
  • Verteilung: Kann in verschiedenen Organen oder systemisch vorkommen, besonders häufig subkutan, intra- und retroperitoneal.
  • Subtypen: Multiple lipomatöse Tumoren (Lipome), diffus verteiltes Fettgewebe oder fokale Ansammlungen (z.B. bei der zervikalen Lipomatose).
  • Klinische Bedeutung: Meist asymptomatisch, kann jedoch je nach Lokalisation mechanische Symptome (z.B. Atemprobleme) verursachen.
  • Diagnostik: Bildgebung (z.B. Ultraschall, CT, MRT), Biopsie bei unklarer Dignität.
  • Therapie: Keine spezifische Therapie erforderlich, chirurgische Entfernung bei symptomatischen oder kosmetisch störenden Befunden möglich.
  • Differentialdiagnosen: Liposarkom, Lipodystrophie, Adipositas.
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