Gallensäure |
Gallensäuren sind amphiphile Steroide, die in der Leber aus Cholesterin gebildet werden und eine zentrale Rolle bei der Fettverdauung und -resorption im Dünndarm spielen. In konjugierter Form mit Glycin oder Taurin liegen sie im Darm meist als Gallensalze vor.
- Primäre Gallensäuren: Cholsäure, Chenodesoxycholsäure – in der Leber gebildet
- Sekundäre Gallensäuren: Desoxycholsäure, Lithocholsäure – durch bakterielle Umwandlung im Kolon
Funktion
- Emulgieren von Fetten zur Bildung von Mizellen für die Absorption im Dünndarm
- Fördern die Aufnahme von Fettsäuren, Cholesterin und fettlöslichen Vitaminen
- Regulieren den enterohepatischen Kreislauf über FXR und TGR5-Rezeptoren
Klinische Relevanz
- Gallensäureverlust (z. B. bei Ileumresektion) kann zu Gallensäure-Diarrhö führen
- Erhöhte Konzentrationen von sekundären Gallensäuren gelten als tumorbegünstigend im Kolon
- Therapeutisch wird z. B. Ursodesoxycholsäure bei cholestatischen Lebererkrankungen eingesetzt
Synonyms:
Gallensäuren,Gallensalze,Gallensalz
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