Adenokarzinom Kolon/Rektum
(colon/rectal adenocarcinoma)

Last Update: 18.06.2026
ICD10: C18 (Kolon), C19 (Rektosigmoid), C20 (Rektum)
ICD-O: 8140/3 (Adenokarzinom)
Kategorie: Neoplasie, maligne
Histolog. Typ: Adenokarzinom NOS (8140/3)
Muzinöses Adenokarzinom (8480/3)
Siegelringzellkarzinom / poorly cohesive carcinoma (8490/3)
Medulläres Adenokarzinom (8510/3)
Serratiertes Adenokarzinom (8213/3)
Mikropapilläres Adenokarzinom (8265/3)
Adenomähnliches Adenokarzinom (8262/3)
Adenosquamöses Karzinom (8560/3)
Undifferenziertes Karzinom NOS (8020/3)
Karzinom mit sarkomatoider Komponente (8033/3)
CK20: + (90%) CK7: - (negativ)
KRAS: häufig NRAS: selten
TP53: häufig APC: häufig

Quelle:

Adenokarzinom des Kolons/Rektums

Allgemeines:


Klinik:

  • Frühstadien: Häufig asymptomatisch und im Rahmen von Screening-Koloskopie, FIT/FOBT oder Abklärung von Eisenmangel entdeckt.

  • Leitsymptome: Hämatochezie, okkultes Blut im Stuhl, Eisenmangelanämie, veränderte Stuhlgewohnheiten, Diarrhö, Obstipation, Kaliberwechsel, Tenesmen, abdominale Schmerzen und ungewollter Gewichtsverlust.

  • Rechtsseitige Tumoren: eher okkulte Blutung, Anämie, Müdigkeit, Leistungsknick und unspezifische Bauchbeschwerden; aufgrund des weiteren Lumens seltener frühe Ileussymptomatik.

  • Linksseitige Tumoren: häufiger Stenose, wechselnde Obstipation/Diarrhö, sichtbare Blutbeimengungen, kolikartige Schmerzen oder mechanischer Ileus.

  • Rektumkarzinome: rektale Blutung, Schleimabgang, Tenesmen, Gefühl unvollständiger Entleerung, Schmerzen, ggf. Inkontinenz oder Fistelbildung bei lokal fortgeschrittenem Wachstum.

  • Komplikationen: Fortgeschrittene Karzinome können zu Ileus, Perforation, Abszess/Fistel, akuter Blutung oder Tumorperitonitis führen.

  • Diagnostik: Die definitive Diagnose erfolgt durch Endoskopie mit Biopsie. Endoskopisch können frühe Läsionen auch therapeutisch entfernt werden, z.B. durch Polypektomie, EMR oder ESD.

  • Staging: CT Thorax/Abdomen bzw. Abdomen/Becken zur Metastasensuche; beim Rektumkarzinom zusätzlich MRT des Beckens zur Beurteilung von Infiltrationstiefe, mesorektaler Faszie, CRM und Lymphknoten.

  • Labor: CEA ist nicht ausreichend sensitiv für die Früherkennung, aber als präoperativer Ausgangswert und in der Verlaufskontrolle/Rezidivüberwachung nützlich.


Epidemiologie:


Pathogenese:


Makroskopie:

  • Makroskopisch kann das Adenokarzinom des Kolons/Rektums in verschiedene Typen eingeteilt werden:

    • Polypoider Typ: Gut abgrenzbarer, exophytischer, pilzförmiger oder blumenkohlartiger Tumor, der in das Darmlumen hineinwächst. Dieser Typ ist oft bei früh diagnostizierten Tumoren zu sehen und zeigt eine relativ geringe Invasivität.

    • Ulzerierender Typ: Tumor mit zentraler Ulzeration, die das Gewebe zerstört. Dieser Typ kann fortgeschrittene Tumoren mit tiefer Invasion repräsentieren und neigt dazu, größere Teile der Darmwand zu durchdringen.

    • Infiltrierender Typ: Diffus infiltrierendes Wachstum, das die Darmwand durchsetzt, oft schwer abgrenzbar. Dieser Tumortyp ist mit einer aggressiveren Invasion und schlechterer Prognose assoziiert.

    • Szirrhöses Karzinom: Harte, fibrotische Tumoren mit starkem bindegewebigem Stroma, was sie oft schwer tastbar macht. Diese Form ist oft bei fortgeschrittenen und schlecht differenzierten Tumoren zu finden.

  • Tumorgröße variiert erheblich, wobei Tumoren >5 cm bei der Diagnose häufig sind. Fortgeschrittene Tumoren neigen dazu, in benachbarte Strukturen wie die Serosa und angrenzende Organe einzudringen.

▸MERCURY-Graduierung / Mesorektumqualität
Pathologischer Kontext:
Die MERCURY-Graduierung beschreibt makroskopisch die Qualität des Mesorektums/TME-Präparates beim Rektumkarzinom. Sie ist damit nicht die MRT-Faszienbeurteilung, sondern eine pathologische Beurteilung des Resektates.
GradBeschreibungInterpretation
1 Intaktes Mesorektum, nur geringe Unregelmäßigkeiten, glatte Mesorektumoberfläche, kein Defekt >5 mm, kein Coning. Gute/komplette Mesorektumqualität.
2 Mäßige Menge an Mesorektum, Unregelmäßigkeiten an der mesorektalen Oberfläche, mäßiges Coning, Muscularis propria nicht sichtbar. Intermediäre/nahezu komplette Mesorektumqualität.
3 Wenig Mesorektum, Defekte bis zur Muscularis propria. Schlechte/incomplete Mesorektumqualität mit erhöhtem Risiko für problematische Resektionsebene.
  • Makroskopische Beurteilung: Oberfläche des Mesorektums, Defekte, Coning und Sichtbarkeit der Muscularis propria dokumentieren.
  • Pathologischer Befund: Mesorektumqualität zusammen mit CRM-Abstand, Tumorregression, EMVI/Veneninvasion, Tumordeposits, Lymphknotenstatus und ypTNM bewerten.
  • Abgrenzung: MERCURY-Makroskopie beurteilt die TME-Qualität am Präparat; die präoperative MRT-Beurteilung der mesorektalen Faszie ist ein anderes Konzept.

Mikroskopie:

▸Tumor Budding
Definition:
Einzelne Tumorzellen oder kleine Tumorzellgruppen mit bis zu 4 Zellen an der Invasionsfront.
ITBCC-KategorieBuds im HotspotEinordnung
Bd1 –4 niedriges Tumor Budding
Bd2 5–9 intermediäres Tumor Budding
Bd3 ≥10 hohes Tumor Budding
  • Auswertung: Hotspot-Methode an der Invasionsfront, üblicherweise auf 0,785 mm² normiert.
  • pT1-Karzinome: hohes Tumor Budding ist ein wichtiger Risikofaktor für Lymphknotenmetastasen.
  • Cave: Nicht mit Entzündungszellen, tangential angeschnittenen Drüsen oder Nekrosefragmenten verwechseln.

Grading nach WHO:

  • Das Grading erfolgt primär nach dem Anteil der Drüsenbildung bzw. epithelialen Reifung. MMR-defiziente/MSI-H-Karzinome können trotz schlechter Morphologie biologisch günstiger verlaufen; der molekulare Kontext sollte daher mitbewertet werden.

  • G1 / gut differenziert: >95% Drüsenbildung.

  • G2 / mäßig differenziert: 50-95% Drüsenbildung.

  • G3 / schlecht differenziert: <50% Drüsenbildung.

 

Kolonkarzinom Grading
Links: Gut differenziert (G1), Mitte: Mäßiggradig differenziert (G2), Rechts: Gering differenziert (G3)
Kolonkarzinom Grading
Links: Gut differenziert (G1), Mitte: Mäßiggradig differenziert (G2), Rechts: Gering differenziert (G3)

TNM/Stadien:

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▸TNM-Klassifikation
KategorieDefinitionPraktischer Hinweis
Tis Carcinoma in situ / intraepithelial oder intramukosal ohne Submukosainvasion. Im Kolon ohne Submukosainvasion praktisch nicht metastasierungsfähig.
T1 Invasion in die Submukosa. pT1-Risikostratifikation entscheidend: L/V, Budding, Grading, R-Status, Submukosatiefe.
T2 Invasion in die Muscularis propria. Lymphknotenstatus prognostisch zentral.
T3 Invasion durch die Muscularis propria in perikolisches/perirektales Gewebe. Beim Rektum Beziehung zur mesorektalen Faszie/CRM wichtig.
T4a Tumor erreicht/perforiert die viszerale Peritonealoberfläche. Peritonealbefall und Perforation dokumentieren.
T4b Direkte Invasion in andere Organe oder Strukturen. En-bloc-Resektion und Abgrenzung von Adhäsion versus echter Invasion relevant.
N0 Keine regionalen Lymphknotenmetastasen. Ausreichende Lymphknotenzahl im Präparat angeben/beachten.
N1a/b Metastasen in 1 bzw. 2–3 regionalen Lymphknoten. Tumordeposits separat beachten.
N1c Tumordeposits ohne regionale Lymphknotenmetastasen. Nur bei pN0-Lymphknotenbefund als N1c klassifiziert.
N2a/b Metastasen in 4–6 bzw. ≥7 regionalen Lymphknoten. Hohe prognostische und therapeutische Relevanz.
M1 Fernmetastasen. Leber, Lunge, Peritoneum und Ovarien sind häufige Manifestationsorte.
▸Stadien-Einteilung
StadiumKonstellationBedeutung
Tis N0 M0 Präinvasiv/intramukosal.
I T1–T2 N0 M0 Meist kurative lokale/operative Therapie; bei pT1 Risikoprofil entscheidend.
II T3–T4 N0 M0 Operation; adjuvante Therapie abhängig von Risikofaktoren.
III jedes T, N+, M0 Operation plus adjuvante Chemotherapie in der Regel relevant.
IV jedes T, jedes N, M1 Systemtherapie, molekulare Prädiktion, ggf. Metastasenresektion/Ablation.

Zytologie:


Immunhistochemie:

  • Typischer kolorektaler Immunphänotyp: CK20 positiv (ca. 80–95%), CDX2 positiv (ca. 85–95%), SATB2 positiv (ca. 85–95%), CEA/CD66e positiv (ca. 80–95%) und meist CK7 negativ bzw. nur fokal positiv (CK7-Positivität ca. 5–20%).

  • CK20/CDX2/SATB2-Kombination: Besonders hilfreich zur Abgrenzung von Metastasen anderer Adenokarzinome. SATB2 ist relativ spezifisch für kolorektale/appendizielle Differenzierung, kann aber in einzelnen anderen Tumoren fokal positiv sein.

  • Aberrante Profile: MMR-defiziente, medulläre, muzinöse, Siegelringzell- oder schlecht differenzierte Karzinome können CK20 und/oder CDX2 verlieren oder nur fokal exprimieren; deshalb nie nur einen Marker isoliert bewerten.

  • MMR-Screening: Immunhistochemie für MLH1, PMS2, MSH2 und MSH6. Erhalt der Expression in ca. 80–85%, Verlust/dMMR in ca. 15% aller kolorektalen Karzinome. Verlust von MLH1/PMS2 spricht häufig für MLH1-Promotormethylierung; Verlust von MSH2/MSH6 oder isolierter Verlust von MSH6/PMS2 kann auf Lynch-Syndrom hinweisen.

  • p53: Aberrantes Muster als starke diffuse Überexpression oder kompletter Verlust in ca. 50–60%, passend zu TP53-Mutation. Ein Wildtyp-Muster schließt ein Karzinom nicht aus.

  • β-Catenin: Nukleäre Akkumulation häufig bei APC/WNT-Weg, grob ca. 60–80%; hilfreich, aber nicht spezifisch genug als alleiniger diagnostischer Marker.

  • Neuroendokrine Marker: Synaptophysin und Chromogranin A sind beim gewöhnlichen Adenokarzinom meist negativ oder nur fokal positiv; diffuse Positivität stützt neuroendokrine Neoplasie bzw. MiNEN. Nur bei entsprechender Morphologie einsetzen.

  • Marker zur DD: TTF1/Napsin A für Lunge, PAX8/WT1/ER für gynäkologisch/renal, GATA3/urotheliale Marker für Urothelkarzinom, PSA/NKX3.1 für Prostata, SMAD4-Verlust als Hinweis auf pankreatobiliären Ursprung.


Molekularpathologie:

▸Molekularpathologie vertieft
Alteration / WegBedeutungPraktischer Nutzen
RAS KRAS/NRAS-Mutationen aktivieren MAPK-Signale. Negativer Prädiktor für Anti-EGFR-Therapie.
BRAF V600E Häufig rechtsseitig, CIMP-/MLH1-Methylierungs-assoziiert. Prognose, Therapieoption, Einordnung sporadischer MLH1/PMS2-Verluste.
MSI-H / MMR-defizient Hypermutierter Tumor; TIL, Crohn-like reaction, muzinöse/medulläre Morphologie möglich. Lynch-Screening und prädiktiv für Immuncheckpoint-Inhibition.
HER2 Selten, eher bei RAS/BRAF-Wildtyp. Anti-HER2-Therapieoption bei fortgeschrittener Erkrankung.
NTRK Sehr seltene Fusion. Hohe therapeutische Relevanz bei Nachweis.
POLE/POLD1 Ultramutierter Typ mit sehr hoher Mutationslast; MMR kann erhalten sein. Potenzielle Immuntherapie-Sensitivität.

Differentialdiagnosen:

  • Adenom mit hochgradiger intraepithelialer Neoplasie / intramukosales Karzinom: Keine echte metastasierungsfähige Invasion, solange keine Invasion in die Submukosa nachweisbar ist. Wichtig in Biopsien: desmoplastische Stromareaktion, infiltrative irreguläre Drüsen und Einzelzellinfiltration sprechen für invasives Adenokarzinom.

  • Pseudoinvasion bei gestieltem Adenom: Verlagerte dysplastische Drüsen in die Submukosa, oft mit Hämosiderin, abgerundeten Drüsenkonturen und fehlender echter Desmoplasie. DD zum invasiven Karzinom besonders bei großen gestielten Adenomen.

  • Entzündlich-regenerative Atypien: Bei IBD, Ulkus, Ischämie oder Infektion können Kernvergrößerung und Pseudostratifizierung auftreten. Gegen Karzinom sprechen erhaltene Kryptenarchitektur, Oberflächenreifung und fehlende infiltrative Desmoplasie.

  • Divertikulitis / entzündliche Striktur: Kann klinisch und makroskopisch ein stenosierendes Karzinom imitieren. Histologisch fehlen infiltrierende atypische Drüsen; Begleitbefunde sind Divertikel, chronisch-aktive Entzündung, Fibrose und Abszesse.

  • Metastase eines Magenkarzinoms: Besonders bei diffus/siegelringzelligem Wachstum relevant. Häufig CK7+, variabel CK20/CDX2, oft fehlendes SATB2; Klinik, Endoskopie und Ausbreitungsmuster entscheidend.

  • Pankreatobiliäres Adenokarzinom / Cholangiokarzinom: Kann kolorektale Metastasen morphologisch imitieren. Typisch eher CK7+, CK20 variabel, CDX2 meist negativ/fokal, SATB2 meist negativ; SMAD4-Verlust unterstützt pankreatobiliären Ursprung, ist aber nicht beweisend.

  • Appendix-Neoplasien: Muzinöse Appendixneoplasien und Appendixadenokarzinome können immunhistochemisch wie kolorektal erscheinen (CK20/CDX2/SATB2+). Lokalisation, Appendixbefall, muzinöse Peritonealmanifestation und makroskopischer Befund sind entscheidend.

  • Primäres muzinöses Ovarialkarzinom vs. kolorektale/appendizielle Metastase: Metastasen sind oft bilateral, oberflächlich/implantationsartig und zeigen Infiltration. Kolorektal spricht für CK20+, CDX2+, SATB2+, oft CK7- oder nur fokal; primär ovarial häufiger CK7-diffus und SATB2-negativ.

  • Endometrioides oder seröses Karzinom mit Darmbefall: Besonders im Rektosigmoid möglich. Hinweise sind PAX8+, ER+, WT1 bei serösen Karzinomen und fehlendes SATB2; kolorektale Karzinome sind in der Regel PAX8-negativ.

  • Lungenadenokarzinom-Metastase: Meist TTF1+, Napsin A+, CK7+, CK20-/CDX2-/SATB2-. Cave: einzelne pulmonale muzinöse Adenokarzinome können CDX2/CK20 exprimieren.

  • Urothelkarzinom mit glandulärer Differenzierung: DD bei Becken-/Rektumbefall. Unterstützende Marker: GATA3, p63/p40, Uroplakin II/III; kolorektal typischerweise SATB2/CDX2 positiv und GATA3-negativ.

  • Prostatakarzinom mit Rektuminfiltration: Kann bei tiefem Rektumbefall klinisch relevant sein. Typisch NKX3.1+, PSA/PSAP+, meist CK20-/CDX2-/SATB2-negativ.

  • Neuroendokrine Neoplasien: NET/NEC zeigen organoides, trabekuläres oder solides Wachstum und diffuse Expression von Synaptophysin, Chromogranin A und/oder INSM1. Beim gewöhnlichen Adenokarzinom sind neuroendokrine Marker höchstens fokal positiv.

  • MiNEN: Gemischte neuroendokrine-nicht-neuroendokrine Neoplasie; beide Komponenten sollten morphologisch und immunhistochemisch erfasst werden. Wichtig bei großzellig-kleinzelligem oder organoidem Anteil.

  • Lymphom: Diffuse große B-Zell-Lymphome oder MALT-Lymphome können als ulzerierende Darmtumoren imponieren. Histologisch lymphoide Zellpopulation, CD45+, B-/T-Zellmarker positiv, Zytokeratine negativ.

  • GIST und andere mesenchymale Tumoren: Submuköse oder transmurale Raumforderungen ohne epitheliale Drüsen. GIST: DOG1+, CD117+; Leiomyosarkom: SMA/Desmin; Schwannom: S100/SOX10.

  • Melanommetastase: Kann amelanotisch und epithelioid erscheinen. Marker: SOX10, S100, Melan-A, HMB45; Zytokeratine meist negativ.


Sonstiges:

  • Chirurgische Therapie: Die onkologische Resektion mit regionaler Lymphadenektomie stellt bei lokalisierten Kolonkarzinomen die wichtigste kurative Therapie dar. Beim Rektumkarzinom sind insbesondere die Qualität der mesorektalen Exzision sowie der zirkumferenzielle Resektionsrand (CRM) prognostisch relevant.
  • Neoadjuvante Therapie: Beim lokal fortgeschrittenen Rektumkarzinom erfolgt häufig eine Radio-/Chemotherapie oder eine totale neoadjuvante Therapie (TNT). Pathologisch wichtig sind anschließend die Beurteilung von Tumorregression, ypTNM-Stadium, CRM und vitalem Resttumor.
  • Adjuvante Chemotherapie: Insbesondere bei Stadium III sowie bei Hochrisiko-Stadium-II-Tumoren (z.B. pT4, Perforation, Lymph- oder Veneninvasion, Tumor Budding, geringe Lymphknotenzahl) wird eine adjuvante Chemotherapie empfohlen.
  • Targeted Therapy:
  • Immuntherapie: Tumoren mit dMMR/MSI-H zeigen häufig ein gutes Ansprechen auf PD-1/PD-L1-Inhibitoren und stellen heute eine der wichtigsten molekular definierten Therapiegruppen des metastasierten kolorektalen Karzinoms dar.
  • ASS-Prophylaxe und molekulare Marker:
    • Langfristige Einnahme von Acetylsalicylsäure (ASS) ist mit einer Reduktion der Inzidenz kolorektaler Karzinome assoziiert.
    • ASS hemmt die Cyclooxygenase (COX), insbesondere COX-2 (PTGS2), und beeinflusst dadurch Prostaglandin-vermittelte Entzündungs- und Proliferationssignale.
    • Mehrere Studien zeigen einen besonders ausgeprägten Nutzen bei Tumoren mit PIK3CA-Mutation. Vermutet wird eine Interaktion zwischen der COX-2-Signalübertragung und dem PI3K-AKT-mTOR-Signalweg.
    • Patienten mit PIK3CA-mutierten kolorektalen Karzinomen zeigten in mehreren Kohorten unter ASS-Therapie eine verbesserte tumorspezifische und Gesamtüberlebensrate.
    • Auch Veränderungen des PTEN/PI3K-AKT-Signalwegs könnten die ASS-Sensitivität beeinflussen, die Datenlage ist hierfür jedoch weniger konsistent als für PIK3CA.
    • Besonders gut untersucht ist außerdem die ASS-Prophylaxe beim Lynch-Syndrom, bei dem eine Risikoreduktion für kolorektale Karzinome gezeigt werden konnte (u.a. CAPP2-Studie).
    • Eine routinemäßige ASS-Gabe allein aufgrund einer PIK3CA-Mutation gehört derzeit jedoch nicht zur Standardtherapie und muss gegen das individuelle Blutungsrisiko abgewogen werden.
  • Screening: Koloskopie und FIT-Stuhltests ermöglichen die Detektion und Entfernung von Vorläuferläsionen und haben die Mortalität des kolorektalen Karzinoms deutlich reduziert.

Externe Links:

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Quellen & weiterführende Literatur:

 Weiterführende Literatur:

 


 

Allgemein

 


Immunhistochemie
 


Sonstige


Molekularpathologie

 

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