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Adenokarzinom Kolon/Rektum | |
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| Last Update: 18.06.2026 | |
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| Klassifikation | |
| ICD10: | C18 (Kolon), C19 (Rektosigmoid), C20 (Rektum) |
| ICD-O: | 8140/3 (Adenokarzinom) |
| Kategorie: | Neoplasie, maligne |
| Histolog. Typ: | Adenokarzinom NOS (8140/3) Muzinöses Adenokarzinom (8480/3) Siegelringzellkarzinom / poorly cohesive carcinoma (8490/3) Medulläres Adenokarzinom (8510/3) Serratiertes Adenokarzinom (8213/3) Mikropapilläres Adenokarzinom (8265/3) Adenomähnliches Adenokarzinom (8262/3) Adenosquamöses Karzinom (8560/3) Undifferenziertes Karzinom NOS (8020/3) Karzinom mit sarkomatoider Komponente (8033/3) |
| Immunphänotyp (typ.) |
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| CK20: + (90%) | CK7: - (negativ) |
| Mutationen | |
| KRAS: häufig | NRAS: selten |
| TP53: häufig | APC: häufig |
| Altersverteilung | |
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Quelle: |
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| Links | |
Adenokarzinom des Kolons/Rektums
Allgemeines:
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Definition: Das kolorektale Adenokarzinom ist ein maligner epithelialer Tumor des Kolons oder Rektums mit glandulärer und/oder muzinöser Differenzierung. Das entscheidende histologische Merkmal ist die Invasion über die Muscularis mucosae hinaus in die Submukosa.
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Häufigkeit: Kolorektale Karzinome gehören weltweit zu den häufigsten malignen Tumoren; die überwiegende Mehrzahl sind Adenokarzinome. Screeningprogramme führen dazu, dass zunehmend frühe oder noch asymptomatische Tumoren entdeckt werden.
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Lokalisation: Für Diagnostik und Therapie ist die Einteilung in rechtsseitige/proximale Kolonkarzinome (Zökum, Colon ascendens, Colon transversum), linksseitige Kolonkarzinome (Flexura lienalis bis Sigma) und Rektumkarzinome wichtig. Molekular und klinisch unterscheiden sich diese Gruppen deutlich.
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Rechtsseitige Karzinome zeigen häufiger MSI-H/dMMR, BRAF-Mutation, serratierte Vorläuferläsionen, muzinöse oder medulläre Morphologie und können klinisch eher durch Anämie oder unspezifische Beschwerden auffallen.
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Linksseitige Karzinome entstehen häufiger über die klassische Adenom-Karzinom-Sequenz mit chromosomaler Instabilität und manifestieren sich öfter durch Stuhlunregelmäßigkeiten, Stenose oder sichtbare Blutungen.
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Rektumkarzinome werden therapeutisch gesondert betrachtet, da Lokalisation, mesorektale Faszie, CRM-Abstand und die Option einer neoadjuvanten Radio-/Chemotherapie eine zentrale Rolle spielen.
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Vorläuferläsionen: Wichtig sind konventionelle Adenome, sessile serratierte Läsionen, traditionelle serratierte Adenome sowie dysplastische Veränderungen bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen.
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Metastasierung: Häufige Metastasenorte sind regionäre Lymphknoten, Leber, Peritoneum, Lunge und bei Frauen auch Ovarien. Ovarielle Metastasen können makroskopisch und histologisch einem primären muzinösen Ovarialtumor ähneln.
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Prognostisch besonders relevant sind Tumorstadium, Lymphknotenstatus, Fernmetastasen, Resektionsränder, Lymphgefäßinvasion, Veneninvasion, Perineuralscheideninvasion, Tumor Budding, Perforation und bei Rektumkarzinomen insbesondere der zirkumferenzielle Resektionsrand.
Klinik:
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Frühstadien: Häufig asymptomatisch und im Rahmen von Screening-Koloskopie, FIT/FOBT oder Abklärung von Eisenmangel entdeckt.
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Leitsymptome: Hämatochezie, okkultes Blut im Stuhl, Eisenmangelanämie, veränderte Stuhlgewohnheiten, Diarrhö, Obstipation, Kaliberwechsel, Tenesmen, abdominale Schmerzen und ungewollter Gewichtsverlust.
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Rechtsseitige Tumoren: eher okkulte Blutung, Anämie, Müdigkeit, Leistungsknick und unspezifische Bauchbeschwerden; aufgrund des weiteren Lumens seltener frühe Ileussymptomatik.
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Linksseitige Tumoren: häufiger Stenose, wechselnde Obstipation/Diarrhö, sichtbare Blutbeimengungen, kolikartige Schmerzen oder mechanischer Ileus.
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Rektumkarzinome: rektale Blutung, Schleimabgang, Tenesmen, Gefühl unvollständiger Entleerung, Schmerzen, ggf. Inkontinenz oder Fistelbildung bei lokal fortgeschrittenem Wachstum.
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Komplikationen: Fortgeschrittene Karzinome können zu Ileus, Perforation, Abszess/Fistel, akuter Blutung oder Tumorperitonitis führen.
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Diagnostik: Die definitive Diagnose erfolgt durch Endoskopie mit Biopsie. Endoskopisch können frühe Läsionen auch therapeutisch entfernt werden, z.B. durch Polypektomie, EMR oder ESD.
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Staging: CT Thorax/Abdomen bzw. Abdomen/Becken zur Metastasensuche; beim Rektumkarzinom zusätzlich MRT des Beckens zur Beurteilung von Infiltrationstiefe, mesorektaler Faszie, CRM und Lymphknoten.
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Labor: CEA ist nicht ausreichend sensitiv für die Früherkennung, aber als präoperativer Ausgangswert und in der Verlaufskontrolle/Rezidivüberwachung nützlich.
Epidemiologie:
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Kolorektale Karzinome sind die dritthäufigste Krebsart weltweit und die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache. Inzidenz und Mortalität variieren je nach geografischer Region, wobei industrialisierte Länder tendenziell eine höhere Inzidenz aufweisen.
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Die Inzidenz steigt mit dem Alter: Das Risiko für die Entwicklung eines kolorektalen Karzinoms steigt ab dem 50. Lebensjahr signifikant an, wobei der Häufigkeitsgipfel zwischen 60 und 70 Jahren liegt.
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Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen, mit einem Verhältnis von etwa 1,4:1.
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Risikofaktoren:
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Alter: Das Risiko für kolorektale Karzinome steigt ab dem 50. Lebensjahr deutlich an.
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Genetische Prädisposition: Familiäre adenomatöse Polyposis (FAP), Lynch-Syndrom (hereditäres nicht-polypöses Kolonkarzinom, HNPCC) und andere genetische Syndrome erhöhen das Risiko erheblich. Träger des Lynch-Syndroms haben ein bis zu 80%iges Lebenszeitrisiko.
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Positive Familienanamnese: Menschen mit Verwandten ersten Grades, die an kolorektalem Karzinom erkrankt sind, haben ein zwei- bis dreifach erhöhtes Risiko.
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Ernährung: Eine ballaststoffarme, fettreiche Ernährung, insbesondere mit hohem Verzehr von rotem und verarbeitetem Fleisch, ist mit einem höheren Risiko verbunden. Eine Ernährung mit hohem Anteil an Obst, Gemüse und Ballaststoffen wirkt dagegen protektiv.
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Lebensstil: Körperliche Inaktivität, Übergewicht und Adipositas erhöhen das Risiko. Übergewichtige Menschen haben ein um 30-40% höheres Risiko, an einem kolorektalen Karzinom zu erkranken.
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Rauchen: Langjähriges Rauchen erhöht das Risiko für kolorektale Karzinome, insbesondere für Tumoren im distalen Kolon und Rektum.
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Alkoholkonsum: Regelmäßiger und übermäßiger Alkoholkonsum, insbesondere von Bier und Spirituosen, ist mit einem erhöhten Risiko verbunden. Bereits moderate Mengen können das Risiko leicht erhöhen.
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Chronisch entzündliche Darmerkrankungen: Patienten mit Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn haben ein signifikant erhöhtes Risiko, insbesondere bei langjährigem Krankheitsverlauf. Das Risiko korreliert mit dem Schweregrad und der Dauer der Entzündung.
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Diabetes mellitus Typ 2: Personen mit Diabetes haben ein etwa 30% höheres Risiko für kolorektale Karzinome, vermutlich aufgrund von Insulinresistenz und Hyperinsulinämie.
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Strahlentherapie im Beckenbereich: Eine vorherige Strahlentherapie, insbesondere bei gynäkologischen oder urologischen Malignomen, kann das Risiko für kolorektale Karzinome erhöhen.
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Protektive Faktoren: Regelmäßige körperliche Aktivität, ballaststoffreiche Ernährung, Einnahme von Aspirin oder nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) sind protektive Faktoren, die das Risiko für kolorektale Karzinome senken können.
Pathogenese:
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Adenom-Karzinom-Sequenz / chromosomale Instabilität: Häufigster Entstehungsweg. Meist frühe APC-Inaktivierung mit Aktivierung des WNT/β-Catenin-Signalwegs, anschließend häufig KRAS-Mutationen, Alterationen von SMAD4/PIK3CA und späte TP53-Inaktivierung.
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KRAS-Mutationen finden sich bei etwa 40% der Adenome und Karzinome und aktivieren den RAS-RAF-MEK-ERK/MAPK-Signalweg; therapeutisch wichtig als negativer prädiktiver Marker für Anti-EGFR-Therapien.
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TP53-Mutationen treten typischerweise später auf und begünstigen den Übergang von hochgradiger Dysplasie zum invasiven Karzinom.
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MSI-/Mismatch-Repair-defizienter Weg: Verlust von MLH1, MSH2, MSH6 oder PMS2; hereditär beim Lynch-Syndrom oder sporadisch meist durch MLH1-Promotormethylierung. Häufig rechtsseitige Tumoren, muzinöse/medulläre Morphologie und tumorinfiltrierende Lymphozyten.
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Serratierter Weg: Entstehung aus sessilen serratierten Läsionen oder traditionellen serratierten Adenomen, häufig mit BRAF V600E, CIMP und ggf. MLH1-Silencing/MSI. KRAS-mutierte serratierte Tumoren sind ebenfalls möglich.
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POLE-mutierter ultramutierter Typ: Seltener molekularer Subtyp mit Defekt der Proofreading-Domäne von POLE und sehr hoher Mutationslast.
Makroskopie:
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Makroskopisch kann das Adenokarzinom des Kolons/Rektums in verschiedene Typen eingeteilt werden:
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Polypoider Typ: Gut abgrenzbarer, exophytischer, pilzförmiger oder blumenkohlartiger Tumor, der in das Darmlumen hineinwächst. Dieser Typ ist oft bei früh diagnostizierten Tumoren zu sehen und zeigt eine relativ geringe Invasivität.
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Ulzerierender Typ: Tumor mit zentraler Ulzeration, die das Gewebe zerstört. Dieser Typ kann fortgeschrittene Tumoren mit tiefer Invasion repräsentieren und neigt dazu, größere Teile der Darmwand zu durchdringen.
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Infiltrierender Typ: Diffus infiltrierendes Wachstum, das die Darmwand durchsetzt, oft schwer abgrenzbar. Dieser Tumortyp ist mit einer aggressiveren Invasion und schlechterer Prognose assoziiert.
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Szirrhöses Karzinom: Harte, fibrotische Tumoren mit starkem bindegewebigem Stroma, was sie oft schwer tastbar macht. Diese Form ist oft bei fortgeschrittenen und schlecht differenzierten Tumoren zu finden.
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Tumorgröße variiert erheblich, wobei Tumoren >5 cm bei der Diagnose häufig sind. Fortgeschrittene Tumoren neigen dazu, in benachbarte Strukturen wie die Serosa und angrenzende Organe einzudringen.
▸MERCURY-Graduierung / Mesorektumqualität
Die MERCURY-Graduierung beschreibt makroskopisch die Qualität des Mesorektums/TME-Präparates beim Rektumkarzinom. Sie ist damit nicht die MRT-Faszienbeurteilung, sondern eine pathologische Beurteilung des Resektates.
| Grad | Beschreibung | Interpretation |
|---|---|---|
| 1 | Intaktes Mesorektum, nur geringe Unregelmäßigkeiten, glatte Mesorektumoberfläche, kein Defekt >5 mm, kein Coning. | Gute/komplette Mesorektumqualität. |
| 2 | Mäßige Menge an Mesorektum, Unregelmäßigkeiten an der mesorektalen Oberfläche, mäßiges Coning, Muscularis propria nicht sichtbar. | Intermediäre/nahezu komplette Mesorektumqualität. |
| 3 | Wenig Mesorektum, Defekte bis zur Muscularis propria. | Schlechte/incomplete Mesorektumqualität mit erhöhtem Risiko für problematische Resektionsebene. |
- Makroskopische Beurteilung: Oberfläche des Mesorektums, Defekte, Coning und Sichtbarkeit der Muscularis propria dokumentieren.
- Pathologischer Befund: Mesorektumqualität zusammen mit CRM-Abstand, Tumorregression, EMVI/Veneninvasion, Tumordeposits, Lymphknotenstatus und ypTNM bewerten.
- Abgrenzung: MERCURY-Makroskopie beurteilt die TME-Qualität am Präparat; die präoperative MRT-Beurteilung der mesorektalen Faszie ist ein anderes Konzept.
Mikroskopie:
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Diagnostisch entscheidend ist beim kolorektalen Adenokarzinom die Invasion durch die Muscularis mucosae in die Submukosa. Intramukosale Neoplasien ohne Submukosainvasion werden im Kolon nicht als invasives Karzinom gewertet.
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Adenokarzinom NOS: Infiltrierende, irreguläre Drüsenstrukturen mit zytologischer Atypie, Kernpleomorphie, Verlust der Polarität, erhöhter Mitoserate und häufig schmutziger Nekrose („dirty necrosis“). Häufig findet sich eine desmoplastische Stromareaktion.
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Gut differenziertes Adenokarzinom: überwiegend erhaltene Drüsenbildung, tubuläre oder kribriforme Architektur, geringere Kernpleomorphie.
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Mäßig differenziertes Adenokarzinom: unregelmäßige, komplexe Drüsenformationen, mehr solide Areale, deutlicher atypische Zellkerne und häufigere Mitosen.
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Schlecht differenziertes Adenokarzinom: <50% Drüsenbildung, solide Nester, Trabekel oder Einzelzellinfiltrate, ausgeprägte Pleomorphie, Nekrosen und hohe Mitoserate. MSI-H-Karzinome können trotz schlechter Differenzierung prognostisch günstiger sein.
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Muzinöses Adenokarzinom: Definition: >50% des Tumors aus extrazellulären Muzinpools mit malignen Epithelzellen als Zellgruppen, Schichten oder Einzelzellen. Bei <50% Muzin: „Adenokarzinom mit muzinöser Komponente“. Häufiger MSI als beim Adenokarzinom NOS.
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Siegelringzellkarzinom: Definition: >50% Siegelringzellen mit intrazytoplasmatischem Muzin und randständig verdrängtem, abgeplattetem Kern. Häufig diffus infiltrierend, oft rechter Kolonabschnitt, fortgeschrittenes Stadium und ungünstige Prognose; Assoziation mit MSI und Lynch-Syndrom.
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Poorly cohesive carcinoma: überwiegend einzeln liegende oder locker kohäsive Tumorzellen ohne ausgeprägte Drüsenbildung; kann Siegelringzellen enthalten, muss aber nicht vollständig siegelringzellig sein.
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Medulläres Adenokarzinom: Solide/syncytiale Zellplatten mit vesikulären Kernen, prominenten Nukleolen, eosinophilem Zytoplasma und prominentem lymphozytärem und neutrophilem Infiltrat. Typischerweise MSI-H, häufig BRAF-mutiert; trotz geringer Differenzierung meist relativ günstige Prognose.
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Serratiertes Adenokarzinom: Karzinom mit Merkmalen der serratierten Neoplasie, u.a. glanduläre Serratierung, eosinophiles Zytoplasma, vesikuläre Kerne und häufig Muzinproduktion. Molekular häufig BRAF-Mutation und CIMP; Entstehung häufig aus sessilen serratierten Läsionen.
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Mikropapilläres Adenokarzinom: Kleine Tumorzellcluster ohne fibrovaskulären Kern in klaren stromalen Lakunen, oft mit „inside-out“-Polarität. Wichtig wegen häufiger Lymphgefäßinvasion, perineuraler Invasion, extramuraler Gefäßinvasion und Lymphknotenmetastasen.
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Adenomähnliches Adenokarzinom: Invasives Karzinom mit adenomähnlichem/villösem Low-grade-Erscheinungsbild, oft wenig Desmoplasie und eher pushing border. Bioptisch kann die sichere Invasion erschwert sein.
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Adenosquamöses Karzinom: Seltener Subtyp mit Kombination aus glandulärer Differenzierung und plattenepithelialer Differenzierung mit Keratinisierung oder Interzellularbrücken.
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Undifferenziertes Karzinom NOS: Maligner epithelialer Tumor ohne erkennbare glanduläre, squamöse oder neuroendokrine Differenzierung. Abgrenzung zum medullären Karzinom durch Fehlen von syncytialem Wachstum, pushing border und prominentem lymphoplasmazellulärem Infiltrat.
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Karzinom mit sarkomatoider Komponente: Seltene Variante mit epithelialem Karzinomanteil und zusätzlicher spindelzelliger, pleomorpher oder rhabdoider sarkomatoider Komponente; meist aggressive Biologie.
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Diagnostisch/prognostisch wichtige Zusatzmerkmale: Tumor Budding an der Invasionsfront, Lymphgefäßinvasion, Blutgefäßinvasion/EMVI, Perineuralscheideninvasion, Tumordeposits, Perforation und Resektionsrandstatus.
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▸Tumor Budding
Grading nach WHO:
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Das Grading erfolgt primär nach dem Anteil der Drüsenbildung bzw. epithelialen Reifung. MMR-defiziente/MSI-H-Karzinome können trotz schlechter Morphologie biologisch günstiger verlaufen; der molekulare Kontext sollte daher mitbewertet werden.
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G1 / gut differenziert: >95% Drüsenbildung.
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G2 / mäßig differenziert: 50-95% Drüsenbildung.
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G3 / schlecht differenziert: <50% Drüsenbildung.
\Adenokarzinom Kolon\Mikroskopie/Kolonkarzinom_Grading_CCBY40.png)
TNM/Stadien:
Zum Nachschlagen eingeklappt.
▸TNM-Klassifikation
| Kategorie | Definition | Praktischer Hinweis |
|---|---|---|
| Tis | Carcinoma in situ / intraepithelial oder intramukosal ohne Submukosainvasion. | Im Kolon ohne Submukosainvasion praktisch nicht metastasierungsfähig. |
| T1 | Invasion in die Submukosa. | pT1-Risikostratifikation entscheidend: L/V, Budding, Grading, R-Status, Submukosatiefe. |
| T2 | Invasion in die Muscularis propria. | Lymphknotenstatus prognostisch zentral. |
| T3 | Invasion durch die Muscularis propria in perikolisches/perirektales Gewebe. | Beim Rektum Beziehung zur mesorektalen Faszie/CRM wichtig. |
| T4a | Tumor erreicht/perforiert die viszerale Peritonealoberfläche. | Peritonealbefall und Perforation dokumentieren. |
| T4b | Direkte Invasion in andere Organe oder Strukturen. | En-bloc-Resektion und Abgrenzung von Adhäsion versus echter Invasion relevant. |
| N0 | Keine regionalen Lymphknotenmetastasen. | Ausreichende Lymphknotenzahl im Präparat angeben/beachten. |
| N1a/b | Metastasen in 1 bzw. 2–3 regionalen Lymphknoten. | Tumordeposits separat beachten. |
| N1c | Tumordeposits ohne regionale Lymphknotenmetastasen. | Nur bei pN0-Lymphknotenbefund als N1c klassifiziert. |
| N2a/b | Metastasen in 4–6 bzw. ≥7 regionalen Lymphknoten. | Hohe prognostische und therapeutische Relevanz. |
| M1 | Fernmetastasen. | Leber, Lunge, Peritoneum und Ovarien sind häufige Manifestationsorte. |
▸Stadien-Einteilung
| Stadium | Konstellation | Bedeutung |
|---|---|---|
| Tis N0 M0 | Präinvasiv/intramukosal. | |
| I | T1–T2 N0 M0 | Meist kurative lokale/operative Therapie; bei pT1 Risikoprofil entscheidend. |
| II | T3–T4 N0 M0 | Operation; adjuvante Therapie abhängig von Risikofaktoren. |
| III | jedes T, N+, M0 | Operation plus adjuvante Chemotherapie in der Regel relevant. |
| IV | jedes T, jedes N, M1 | Systemtherapie, molekulare Prädiktion, ggf. Metastasenresektion/Ablation. |
Zytologie:
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Viel Mucinproduktion, bei bestimmten Subtypen
Immunhistochemie:
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Typischer kolorektaler Immunphänotyp: CK20 positiv (ca. 80–95%), CDX2 positiv (ca. 85–95%), SATB2 positiv (ca. 85–95%), CEA/CD66e positiv (ca. 80–95%) und meist CK7 negativ bzw. nur fokal positiv (CK7-Positivität ca. 5–20%).
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CK20/CDX2/SATB2-Kombination: Besonders hilfreich zur Abgrenzung von Metastasen anderer Adenokarzinome. SATB2 ist relativ spezifisch für kolorektale/appendizielle Differenzierung, kann aber in einzelnen anderen Tumoren fokal positiv sein.
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Aberrante Profile: MMR-defiziente, medulläre, muzinöse, Siegelringzell- oder schlecht differenzierte Karzinome können CK20 und/oder CDX2 verlieren oder nur fokal exprimieren; deshalb nie nur einen Marker isoliert bewerten.
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MMR-Screening: Immunhistochemie für MLH1, PMS2, MSH2 und MSH6. Erhalt der Expression in ca. 80–85%, Verlust/dMMR in ca. 15% aller kolorektalen Karzinome. Verlust von MLH1/PMS2 spricht häufig für MLH1-Promotormethylierung; Verlust von MSH2/MSH6 oder isolierter Verlust von MSH6/PMS2 kann auf Lynch-Syndrom hinweisen.
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p53: Aberrantes Muster als starke diffuse Überexpression oder kompletter Verlust in ca. 50–60%, passend zu TP53-Mutation. Ein Wildtyp-Muster schließt ein Karzinom nicht aus.
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β-Catenin: Nukleäre Akkumulation häufig bei APC/WNT-Weg, grob ca. 60–80%; hilfreich, aber nicht spezifisch genug als alleiniger diagnostischer Marker.
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Neuroendokrine Marker: Synaptophysin und Chromogranin A sind beim gewöhnlichen Adenokarzinom meist negativ oder nur fokal positiv; diffuse Positivität stützt neuroendokrine Neoplasie bzw. MiNEN. Nur bei entsprechender Morphologie einsetzen.
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Marker zur DD: TTF1/Napsin A für Lunge, PAX8/WT1/ER für gynäkologisch/renal, GATA3/urotheliale Marker für Urothelkarzinom, PSA/NKX3.1 für Prostata, SMAD4-Verlust als Hinweis auf pankreatobiliären Ursprung.
Molekularpathologie:
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KRAS/NRAS: Mutationsanalyse vor Anti-EGFR-Therapie; RAS-Mutation spricht gegen Wirksamkeit von Cetuximab/Panitumumab.
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BRAF V600E: Häufig im serratierten/CIMP-Weg und bei sporadischer MLH1-Methylierung; prognostisch ungünstig im metastasierten Setting und therapeutisch relevant.
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MSI-H/dMMR: Prädiktiv für Immuncheckpoint-Inhibition und wichtig für Lynch-Syndrom-Abklärung.
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HER2-Amplifikation/Überexpression: Bei RAS/BRAF-Wildtyp-Karzinomen therapeutisch relevant, insbesondere im metastasierten Stadium.
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NTRK-Fusionen: Selten, aber therapeutisch hochrelevant bei fortgeschrittenen Tumoren.
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POLE/POLD1: Seltene ultramutierte Tumoren mit hoher Mutationslast; klinisch und immuntherapeutisch relevant.
▸Molekularpathologie vertieft
| Alteration / Weg | Bedeutung | Praktischer Nutzen |
|---|---|---|
| RAS | KRAS/NRAS-Mutationen aktivieren MAPK-Signale. | Negativer Prädiktor für Anti-EGFR-Therapie. |
| BRAF V600E | Häufig rechtsseitig, CIMP-/MLH1-Methylierungs-assoziiert. | Prognose, Therapieoption, Einordnung sporadischer MLH1/PMS2-Verluste. |
| MSI-H / MMR-defizient | Hypermutierter Tumor; TIL, Crohn-like reaction, muzinöse/medulläre Morphologie möglich. | Lynch-Screening und prädiktiv für Immuncheckpoint-Inhibition. |
| HER2 | Selten, eher bei RAS/BRAF-Wildtyp. | Anti-HER2-Therapieoption bei fortgeschrittener Erkrankung. |
| NTRK | Sehr seltene Fusion. | Hohe therapeutische Relevanz bei Nachweis. |
| POLE/POLD1 | Ultramutierter Typ mit sehr hoher Mutationslast; MMR kann erhalten sein. | Potenzielle Immuntherapie-Sensitivität. |
Differentialdiagnosen:
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Adenom mit hochgradiger intraepithelialer Neoplasie / intramukosales Karzinom: Keine echte metastasierungsfähige Invasion, solange keine Invasion in die Submukosa nachweisbar ist. Wichtig in Biopsien: desmoplastische Stromareaktion, infiltrative irreguläre Drüsen und Einzelzellinfiltration sprechen für invasives Adenokarzinom.
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Pseudoinvasion bei gestieltem Adenom: Verlagerte dysplastische Drüsen in die Submukosa, oft mit Hämosiderin, abgerundeten Drüsenkonturen und fehlender echter Desmoplasie. DD zum invasiven Karzinom besonders bei großen gestielten Adenomen.
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Entzündlich-regenerative Atypien: Bei IBD, Ulkus, Ischämie oder Infektion können Kernvergrößerung und Pseudostratifizierung auftreten. Gegen Karzinom sprechen erhaltene Kryptenarchitektur, Oberflächenreifung und fehlende infiltrative Desmoplasie.
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Divertikulitis / entzündliche Striktur: Kann klinisch und makroskopisch ein stenosierendes Karzinom imitieren. Histologisch fehlen infiltrierende atypische Drüsen; Begleitbefunde sind Divertikel, chronisch-aktive Entzündung, Fibrose und Abszesse.
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Metastase eines Magenkarzinoms: Besonders bei diffus/siegelringzelligem Wachstum relevant. Häufig CK7+, variabel CK20/CDX2, oft fehlendes SATB2; Klinik, Endoskopie und Ausbreitungsmuster entscheidend.
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Pankreatobiliäres Adenokarzinom / Cholangiokarzinom: Kann kolorektale Metastasen morphologisch imitieren. Typisch eher CK7+, CK20 variabel, CDX2 meist negativ/fokal, SATB2 meist negativ; SMAD4-Verlust unterstützt pankreatobiliären Ursprung, ist aber nicht beweisend.
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Appendix-Neoplasien: Muzinöse Appendixneoplasien und Appendixadenokarzinome können immunhistochemisch wie kolorektal erscheinen (CK20/CDX2/SATB2+). Lokalisation, Appendixbefall, muzinöse Peritonealmanifestation und makroskopischer Befund sind entscheidend.
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Primäres muzinöses Ovarialkarzinom vs. kolorektale/appendizielle Metastase: Metastasen sind oft bilateral, oberflächlich/implantationsartig und zeigen Infiltration. Kolorektal spricht für CK20+, CDX2+, SATB2+, oft CK7- oder nur fokal; primär ovarial häufiger CK7-diffus und SATB2-negativ.
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Endometrioides oder seröses Karzinom mit Darmbefall: Besonders im Rektosigmoid möglich. Hinweise sind PAX8+, ER+, WT1 bei serösen Karzinomen und fehlendes SATB2; kolorektale Karzinome sind in der Regel PAX8-negativ.
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Lungenadenokarzinom-Metastase: Meist TTF1+, Napsin A+, CK7+, CK20-/CDX2-/SATB2-. Cave: einzelne pulmonale muzinöse Adenokarzinome können CDX2/CK20 exprimieren.
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Urothelkarzinom mit glandulärer Differenzierung: DD bei Becken-/Rektumbefall. Unterstützende Marker: GATA3, p63/p40, Uroplakin II/III; kolorektal typischerweise SATB2/CDX2 positiv und GATA3-negativ.
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Prostatakarzinom mit Rektuminfiltration: Kann bei tiefem Rektumbefall klinisch relevant sein. Typisch NKX3.1+, PSA/PSAP+, meist CK20-/CDX2-/SATB2-negativ.
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Neuroendokrine Neoplasien: NET/NEC zeigen organoides, trabekuläres oder solides Wachstum und diffuse Expression von Synaptophysin, Chromogranin A und/oder INSM1. Beim gewöhnlichen Adenokarzinom sind neuroendokrine Marker höchstens fokal positiv.
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MiNEN: Gemischte neuroendokrine-nicht-neuroendokrine Neoplasie; beide Komponenten sollten morphologisch und immunhistochemisch erfasst werden. Wichtig bei großzellig-kleinzelligem oder organoidem Anteil.
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Lymphom: Diffuse große B-Zell-Lymphome oder MALT-Lymphome können als ulzerierende Darmtumoren imponieren. Histologisch lymphoide Zellpopulation, CD45+, B-/T-Zellmarker positiv, Zytokeratine negativ.
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GIST und andere mesenchymale Tumoren: Submuköse oder transmurale Raumforderungen ohne epitheliale Drüsen. GIST: DOG1+, CD117+; Leiomyosarkom: SMA/Desmin; Schwannom: S100/SOX10.
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Melanommetastase: Kann amelanotisch und epithelioid erscheinen. Marker: SOX10, S100, Melan-A, HMB45; Zytokeratine meist negativ.
Sonstiges:
- Chirurgische Therapie: Die onkologische Resektion mit regionaler Lymphadenektomie stellt bei lokalisierten Kolonkarzinomen die wichtigste kurative Therapie dar. Beim Rektumkarzinom sind insbesondere die Qualität der mesorektalen Exzision sowie der zirkumferenzielle Resektionsrand (CRM) prognostisch relevant.
- Neoadjuvante Therapie: Beim lokal fortgeschrittenen Rektumkarzinom erfolgt häufig eine Radio-/Chemotherapie oder eine totale neoadjuvante Therapie (TNT). Pathologisch wichtig sind anschließend die Beurteilung von Tumorregression, ypTNM-Stadium, CRM und vitalem Resttumor.
- Adjuvante Chemotherapie: Insbesondere bei Stadium III sowie bei Hochrisiko-Stadium-II-Tumoren (z.B. pT4, Perforation, Lymph- oder Veneninvasion, Tumor Budding, geringe Lymphknotenzahl) wird eine adjuvante Chemotherapie empfohlen.
- Targeted Therapy:
- RAS-Mutation: negativer prädiktiver Marker für eine Anti-EGFR-Therapie (Cetuximab, Panitumumab).
- BRAF V600E: prognostisch ungünstig, jedoch durch Kombinationen aus BRAF- und EGFR-Inhibition therapeutisch adressierbar.
- HER2-Amplifikation: seltene, aber therapeutisch relevante Alteration insbesondere bei RAS/BRAF-Wildtyp-Tumoren.
- NTRK-Fusionen: selten (<1%), jedoch hochrelevant aufgrund verfügbarer TRK-Inhibitoren.
- Immuntherapie: Tumoren mit dMMR/MSI-H zeigen häufig ein gutes Ansprechen auf PD-1/PD-L1-Inhibitoren und stellen heute eine der wichtigsten molekular definierten Therapiegruppen des metastasierten kolorektalen Karzinoms dar.
- ASS-Prophylaxe und molekulare Marker:
- Langfristige Einnahme von Acetylsalicylsäure (ASS) ist mit einer Reduktion der Inzidenz kolorektaler Karzinome assoziiert.
- ASS hemmt die Cyclooxygenase (COX), insbesondere COX-2 (PTGS2), und beeinflusst dadurch Prostaglandin-vermittelte Entzündungs- und Proliferationssignale.
- Mehrere Studien zeigen einen besonders ausgeprägten Nutzen bei Tumoren mit PIK3CA-Mutation. Vermutet wird eine Interaktion zwischen der COX-2-Signalübertragung und dem PI3K-AKT-mTOR-Signalweg.
- Patienten mit PIK3CA-mutierten kolorektalen Karzinomen zeigten in mehreren Kohorten unter ASS-Therapie eine verbesserte tumorspezifische und Gesamtüberlebensrate.
- Auch Veränderungen des PTEN/PI3K-AKT-Signalwegs könnten die ASS-Sensitivität beeinflussen, die Datenlage ist hierfür jedoch weniger konsistent als für PIK3CA.
- Besonders gut untersucht ist außerdem die ASS-Prophylaxe beim Lynch-Syndrom, bei dem eine Risikoreduktion für kolorektale Karzinome gezeigt werden konnte (u.a. CAPP2-Studie).
- Eine routinemäßige ASS-Gabe allein aufgrund einer PIK3CA-Mutation gehört derzeit jedoch nicht zur Standardtherapie und muss gegen das individuelle Blutungsrisiko abgewogen werden.
- Screening: Koloskopie und FIT-Stuhltests ermöglichen die Detektion und Entfernung von Vorläuferläsionen und haben die Mortalität des kolorektalen Karzinoms deutlich reduziert.
Externe Links:
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Quellen & weiterführende Literatur:
Weiterführende Literatur:
- Aktion 1
- Aktion 2
- Aktion 3
\Adenokarzinom Kolon\Makroskopie/Muzinöses_Adenokarzinom_aus_Adenom_CCBYSA20.jpg)
Patienteninformation
Anmerkung zu Gesundheitsthemen